Lovely Beaches, Baumriesen und ne Buschparty

2.1. – 7.1.17

Nach einem Neujahrstag, der gänzlich der Ausnüchterung gedient hat, und einer weiteren Nacht auf dem Campground begaben wir uns dann zur hochgelobten und von allen empfohlenen Lucky Bay im Cape Le Grand Nationalpark. Uns erwartete zunächst ein mit Urlaubern vollgestopfter Campingplatz, auf welchem wir glücklicherweise die beiden letzten Plätze ergattern konnten, und WIND… außerdem eine schöne Aussicht auf den Lucky Bay Beach und ein paar putzige Kängurus Zwinkerndes Smiley 

Am ersten Tag konnten wir leider aufgrund des starken Windes nicht ins Wasser gehen. Dafür war es am darauffolgenden Tag umso schöner. Traumhaft weißer Sand, der beim Laufen quietscht wie Schnee und dazu das blaue Meer – wunderschön.

Danach besuchten wir noch den ebenfalls nicht von der Hand zu weisenden Strand an der Thistle Cove, mit ebenfalls herrlich blauem Wasser. Mit unserem Friedrich fuhren wir anschließend  am Cape Le Grand Beach entlang. Leider versackten wir diesmal wirklich im Sand, konnten uns aber Dank der Hilfe eines netten Aussies (welcher an der selben Stelle versackte) und einem Schweizer Pärchen wieder befreien und die restlichen 15 Meilen in Angriff nehmen.

Nach all der Aufregung und gefühlten 20mal Luft ablassen und wieder aufpumpen waren wir dann natürlich etwas kaputt und fertig. Trotzdem schauten wir uns den Sonnenuntergang über den Stränden von Esperance an. Wir machten dazu nacheinander an 5 oder 6 verschiedenen Plätzen Halt, schossen Fotos und genossen die doch so unterschiedlichen Motive.

Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen von Esperance. Wir fuhren am Pink Lake, der nicht wirklich pink war, vorbei und Tom und ich besuchten außerdem den Fitzgerald River Nationalpark. Dort bestiegen wir East Mt Barren in ca. 2 h (Level 4). Der äußerst anstrengende Aufstieg hatte sich aber definitiv gelohnt, denn in der luftigen Höhe hatten wir einen fantastischen Ausblick. Am Donnerstag trafen wir in Albany wieder auf unsere Reisegruppe. Wir schauten uns die Stadt ein bisschen an, erledigten Einkäufe und nutzten die öffentlichen kostenfreien Duschen. Während wir am Freitag einen Scenic Drive durch die schönen Wälder um Denmark befuhren, fing unser linkes Vorderrad an stark zu qualmen. Das hieß Zwangspause. Glücklicherweise war wieder ein hilfsbereiter Aussie in der Nähe. Kurzerhand wurde also das gesamte Radlager auseinandergenommen um das eigentliche Übel, einen defekten Dichtungsring, zu finden. Da alles erst mal nicht so schlimm zu sein schien, konnten wir anschließend weiterfahren. Ein Glück, denn unser nächstes großes Ziel war Margaret River. Unterwegs besuchten wir noch die Bartholomews Meadery, wo man Honigbier, Met, Honiglikör und verschiedene Sorten Honigeis kosten konnte, und natürlich den Tree Top Walk in dem Valley of the Giants. Dort führte uns ein in ca. 50 m Höhe angelegter, leicht schwankender Weg durch die Wipfel der Baumriesen. Beim Diamondtree (in der Nähe von Manjimup) schaffte es Tom als einziger von uns 5 den 53 m hohen Baum zu erklimmen. Wir anderen litten alle mehr oder weniger (leider) an Höhenangst.

Es war nun mittlerweile schon wieder Samstag und am Nachmittag rollten wir dann endlich in Margaret River, einem sehr touristischen kleinen Städtchen, das aufgrund der Urlaubszeit momentan total überlaufen scheint, ein. Unsere Frenchys waren für den Abend zu einer Buschparty eingeladen. Wir sollten unbedingt mitkommen, da es außerdem der Geburtstag von Bastien war. Mitten im Wald fanden wir dann eine kleine Lichtung auf der DJ Tom (nicht unser Tom) sein Equipment aufgebaut hatte. Wir hörten in dieser Nacht hauptsächlich Trance-Musik, aber auch Electro-Swing und Chillout, und unterhielten uns mit Leuten aus Argentinien, Frankreich und Wales, die fast alle hauptsächlich nur zum Arbeiten in Australien waren.

 

Der Sonne hinterher (Silvester in Esperance)

Sonne, davon soll es in Australien ja regelmäßig viel geben. Aber irgendwie nicht  für uns. Ein frischer Wind trieb uns nach Esperance hinein und schickte dunkle Wolken, Regen und Gewitter hinterher. Was nun?  Denn unsere Laune war eigentlich am Nullpunkt angelangt. Wir wollten endlich wieder Schwimmen gehen und draußen in kurzen Hosen rumrennen. Außerdem gestaltet sich das Leben eines Backpackers, der seinen 4WD sein zu Hause nennt, bei Regen extrem schwierig. Kochen wird so gut wie unmöglich, eine heiße Dusche finden, um Körperpflege betreiben zu können, ist ebenfalls fast aussichtlos. Ok, Zähne zusammenbeißen, erst mal ein Bier im hiesigen Pub trinken und Frustfressen bei McDonalds. Dann traten wir den Rückzug an, denn einen freien Campingplatz gab es auch nur 25 km von der Stadt entfernt.

Nächster Tag – gleiches Spiel, das Wetter war besch****. Mehr als Ölwechsel bei Friedrich war nicht drin. Achso, eine heiße Dusche für 3 AUD konnten wir dann endlich im öffentlich Schwimmbad kurz vor Schließung nehmen. Das war ein Segen Zwinkerndes Smiley

Nächster Tag – neues Glück. Das Wetter schien endlich besser zu werden. Also stand ein Ausflug zum Kepwari Trail, der durch das Feuchtgebiet am Lake Warden, außerhalb der Stadt, führt, an. Danach besuchten wir endlich den Strand, aber zum Schwimmen war es (für uns) leider immer noch etwas zu frisch.

Nächster Tag – großes Glück. Heute war Silvester und zur Feier des Tages sprangen wir endlich in die Fluten. Es wurde auch Zeit. Für die Nacht hatten wir uns dann auf einem “Not”-Campingplatz auf dem Sportplatz für 9 AUD/Person einquartiert. Zum Abendessen wurde in der Pfanne “gegrillt”. Tom probierte sich an Kängurufleisch, außerdem gab es (furchtbare) australische Würstchen und (furchtbares) Hühnchensteak. Naja, wir legten eh mehr wert auf die Getränke; vor uns standen unter anderem 3 Flaschen Rum. Prost! Nach dem Abendbrot begaben wir uns zur Neujahrsfete in der Stadt. Diese Feierlichkeiten finden für den durchschnittlichen Australier natürlich ohne Alkohol statt. Für uns immer wieder ein seltsames Bild: ein Stadtfest voller nichtbetrunkener Menschen. Wo bleibt denn da der Spaß? Zwinkerndes Smiley In dem Fall machten wir den selbst und schmuggelten an ein paar tüchtigen Polizisten unsere Flaschen vorbei. Das Feuerwerk fand sehr familienfreundlich im 21 Uhr statt. Danach lehrten sich die Straßen und wir guggten etwas dumm aus der Wäsche. Einer unserer französischen Freunde hatte sich allerdings schon sehr mit dem Rum angefreundet und meinte in einen Springbrunnen auf einer Verkehrsinsel hüpfen zu müssen. Das gefiel ein paar vorbeilaufenden Australiern außerordentlich gut und so erhielten wir die Einladung mit in den Pub und später zu einer Hausparty zu kommen, um in das neue Jahr hinein zu feiern.

Ein gesundes und friedliches neues Jahr wünschen wir euch allen natürlich auch! Zwinkerndes Smiley

 

Auf, Richtung Westen (Great Australian Bight und Nullarbor Plain; Weihnachten)

22.12.- Nach 2 Tagen auf Coffin Bay war es Zeit weiterzureisen. Wir wollten uns wieder mit Gyllien, Angel und Bastien treffen. Auf unserem Weg nach Streaky Bay machten wir halt am Greenly Beach, in einem verschlafenen Nest namens Elliston (auf der erfolglosen Suche nach einem Supermarkt), einem hübschen Fischerort namens Venus Bay, und den Murphy’s Haystacks. An diesem Tag legten wir insgesamt eine Strecke von rund 300 km zurück und erreichten erst bei Einbruch der Dunkelheit unser Ziel. Wir freuten uns riesig, die 3 Spaßvögel endlich wieder zu sehen. Das tolle war, dass wir das erste Mal in unserem Dachzelt am Strand unter dem Sternenhimmel schlafen konnten, denn der Campinplatz war einfach genial gelegen. Am nächsten Morgen wurden wir allerdings von einer brütenden Hitze geweckt. Es war so warm, dass wir selbst beim Frühstück im Schatten schwitzten. Da wir in Elliston keinen Supermarkt gefunden hatten und wir unsere Vorräte vor Weihnachten unbedingt nochmal auffüllen mussten, machten wir in Ceduna Halt. Bei noch strahlendem Sonnenschein und Bruthitze gingen wir in den angenehm kühlen Supermarkt. Als wir nach einer Stunde an der Kasse standen und rausschauten, trauten wir unseren Augen kaum. Draußen herrschte Weltuntergangsstimmung, Platzregen und Sturm. Wir mussten bestimmt eine viertel Stunde warten, eh wir unseren Einkauf im Auto verstauen und weiterfahren konnten. Wir wollten tanken, doch durch das Unwetter war bei einigen Tankstellen sogar der Strom ausgefallen und diese geschlossen, sodass wir eine Weile suchen mussten. Wir beschlossen anschließend, Ceduna zu verlassen und die Sonne zu suchen.  Eine bessere Idee konnten wir nicht haben an diesem Tag. Wir fanden über Wikicamps einen freien Campingplatz direkt am Meer. Es war der beste Ort, um über Weihnachten dort zu bleiben und selbst das Wetter meinte es gut mit uns. Und so kam es, dass wir, genau wie wir es uns gewünscht hatten, Weihnachten am Strand verbrachten und das nicht mal allein, sondern mit neuen Freunden.

 

Am 25. Dezember, nach einem lustigen Heilig Abend mit leckerem Essen (u.a. Shrimps, Lachs und Ente) und reichlich Wein und Prosecco, hieß es Abschiednehmen von unserem Weihnachtsstrand. Hinein ging es in eine Wand aus grauen Wolken und Nebel…. Nullarbor Plain, eigentlich eine lange Strecke voll Ödnis und HItze, aber diesmal nicht für uns. Wir wissen nicht, was der Wettergott gegen uns hatte, aber die nächsten 300 oder 400 km war das Wetter einfach nur besch*****. Naja vielleicht hatte es auch sein Gutes und so mussten wir wenigstens unterwegs nicht schwitzen. Vor der Grenze zu Western Australien mussten wir noch schnell all unsere Zwiebeln verwehrten, daher kochten wir alle gemeinsam Pasta in einer überdachten Picnicarea. Im sonst angeblich sehr sonnenverwöhnten Eucla übernachteten wir dann aufgrund des nicht nachlassenden Regens im Auto. Unsere Fahrt mussten wir dann am nächsten Tag ebenfalls im Regen fortsetzen. Wir wollten nicht eher anhalten, bis wir die Sonne gefunden hatten. Nach weiteren 400 km war das dann endlich der Fall.