Back to the Roots – back to Albany

Wie die meisten von euch bereits wissen, arbeiten wir nun schon seit Anfang Februar auf einer Dairyfarm. Ja es sind nun schon fast wieder 2 Monate vergangen. Entschuldigt, dass wir uns hier etwas rar gemacht haben. Nun wollen wir unsere freien Tage endlich mal nutzen und euch schildern wie es dazu gekommen war:

Am 3.2.17 verließen wir Perth und beschlossen uns nun richtig aktiv um Arbeit zu bemühen. Danny und Coni, mit deren Hilfe wir auch eine Anzeige bei Gumtree schalteten, die auf uns aufmerksam machen sollte, hatten uns empfohlen die Region hinter Perth und die dortigen Farmen abzuklappern und einfach überall zu fragen. Es war allerdings Wochenende, was uns mal wieder einen Strich durch die Rechnung machte. Entweder wir trafen überhaupt niemanden an oder man schickte uns von einem Ort zum anderen – ohne Erfolg.

Es war mittlerweile Sonntag und wir verbrachten den ganzen Tag im Park in Gingin. Gegen Abend beschlossen wir wieder ein weiteres Stück in Richtung Norden zu fahren. Als wir einen Übernachtungsrastplatz gefunden hatten, checkte Tom mal wieder seine E-mails. Er hielt mir sprachlos sein Telefon hin: Eine E-Mail von Lisa, die uns anbot auf ihrer Dairyfarm zu arbeiten. Nach einigen Telefonaten und einer Nacht Schlaf stand es für uns fest: 600 km Rückweg antreten in Richtung Albany, denn am 12. Februar sollten wir auf der Farm sein.

Natürlich versuchten wir unterwegs noch ein paar Sehenswürdigkeiten mitzunehmen, Elephantrock und Greenbushes stand auf der Liste, aber alles in allem waren wir viel zu aufgeregt.  Tausend Gedanken gingen uns doch durch den Kopf, denn wirklich Genaues wussten wir nicht über die Farm und wir hatten ja schon einige Stories von Backpackerabzockenden Farmern gehört.  Eine Woche mussten wir noch in Albany herumkriegen. Da sich Regen ankündigte mieteten wir uns wieder in einem etwas dubiosen Airbnb ein und machten ein paar Besorgungen in der Stadt (z.B. Gummistiefel für 7 0 $). Und dann war es endlich soweit. Wir kamen auf der Farm an, wurden herzlich von Lisa begrüßt, erhielten ordentliche Arbeitsverträge und besichtigten unser zukünftiges Zuhause: ein Sharehouse, welches wir mit einem französischen und einem irischen Pärchen teilten. Wir waren beruhigt und der erste Stress konnte von uns abfallen. Dann lernten wir auch nach und nach unsere Mitbewohner Alex, Audrey, Jenny und Paul sowie unseren Boss Brandon und die Kinder Tom und Jack kennen.

Am 2. Tag war es endlich soweit, am Nachmittag konnten wir zum ersten Mal in die Dairy schauen und 4 Stunden Probemelken. Wir überstanden alles gut und stellten uns auch gar nicht so dumm an. Also stand es fest, am nächsten Tag sollte unsere erste Schicht beginnen. Für Tom bedeutete das um 3:45 Uhr zu starten (Kühe von der Weide in Richtung Dairy treiben), ich fing “erst” um 4:15 Uhr mit den Vorbereitungen in der Dairy an.

Mit unseren ersten Tagen auf der Farm startete hier auch die Calveseason. Das heist die ersten Kälber wurden geboren, von den Müttern getrennt und in separate Ställe gebracht, wo sie dann von der Hand aufgezogen wurden. Natürlich hatten wir an unserem ersten Tag ein paar “Crazymothers”, die sich ihre Kälber nicht so einfach wegnehmen ließen. Eine Kuh sprang sogar über den Zaun und zerstörte diesen.  Jedenfalls ging für uns die Arbeit gleich richtig los und wir wurden vom ersten Tag an mit allem Wichtigen rund um die Kälber vertraut gemacht. Wir hatten dafür zu sorgen, dass die Kälber genug Milch tranken, mussten ihren Gesundheitszustand abchecken und bei Bedarf Spritzen setzen oder Tabletten gegen Durchfall geben. Nicht zu vergessen, Stroh und Wasser aufzufüllen und zu erneuern. Des Weiteren wurden die “guten Trinker” jeweils zu 10. in einen Stallabschnitt gesteckt und später, wenn es die Zeit zuließ mit dem Traktor in einen anderen Stall verfrachtet. Soweit ich mich erinnere, starteten wir an unserem ersten Tag mit 4 Kälbern. Mittlerweile, nach rund 2 Monaten, sind wir bei ca. 90 angelangt.

Mit uns auf der Farm “arbeiten” außerdem auch 2 Hunde. Buddy ist der ältere von beiden und Paddy, welcher noch ein bisschen zu lernen hat. Sie werden vor allem eingesetzt, um die Kühe zur Dairy zu treiben. 

Außerdem gibt es noch 2 Katzen, ein paar Frösche, 1 000 000 Enten, die lustige Geräusche von sich geben, und natürlich hin und wieder auch mal eine Begegnung mit einer Schlange.

Ende Februar verließ das irische Pärchen nach 5 Monaten Arbeit die Farm und es sollte Ersatz kommen in Form einen Paars aus England. Leider merkten die beiden nach wenigen Tagen, dass dies nicht die richtige Arbeit für sie war und so verabschiedeten sie sich leider wieder. Nun hieß es für uns und mehr noch für das französische Pärchen Extraschichten schieben, bei durchschnittlichen 13 h-Tagen kein Zuckerschlecken. Nach einer Woche konnten wir erst einmal wieder Aufatmen, denn es hatte sich ein Paar aus Uruguay angemeldet. Glücklicherweise sind die beiden auch heute noch hier, so dass wir einen fast normalen Arbeitsalltag genießen können.

Auch Audrey verabschiedete sich Anfang März, sie brauchte nach 6 Monaten auf der Farm dringend Ferien. Ihre nächsten Ziele hießen Kambodscha, Laos und Thailand. Danach wollte Sie erst einmal wieder für eine Weile in ihre Heimat in Frankreich zurückkehren. Sie vermisste nämlich auch Ihre Familie und vor allem ihre Großeltern, mit denen Sie fast täglich telefonierte, schrecklich.

Mittlerweile haben wir uns an die körperlich anstrengende Arbeit ganz gut gewöhnt und sind mehr als glücklich darüber, diesen Job bekommen zu haben. Im Vergleich zu den Geschichten anderer Backpacker würde ich sagen, haben wir das große Los gezogen. Wir haben einen supernetten Boss, eine saubere und bezahlbare Unterkunft und unser Lohn lässt es zu, dass wir beruhigt in unsere “Reisezukunft” schauen können. Natürlich stinken unsere Klamotten nach einem Arbeitstag nach Bauernhof und manchmal sind wir auch von oben bis unten mit Kuhsch**** und Pipi besudelt, aber hey, es ist definitiv auszuhalten!!!

Natürlich sehen wir auch mal tote Kühe und wir sind traurig wenn es ein Kalb nicht geschafft hat und stirbt, weil es einfach nicht wieder gesund wird. Aber so ist nun mal das Leben und es ist für uns beide auch eine Art Lektion, dies zu lernen, auszuhalten und zu verarbeiten.

An unseren freien Tagen sind wir meistens damit beschäftigt unsere Einkäufe zu erledigen oder einfach nur auszuruhen. An manchen Tagen versuchen wir auch noch ein bisschen die Gegend um Albany und Denmark zu erkunden. Auch wenn beide Städte ziemlich klein sind, bietet die Umgebung doch einiges. Es sind diverse Weingüter und Restaurants und natürlich zahlreiche Strände und auch Nationalparks in der Nähe. Außerdem haben wir ein paar Schönheitsreparaturen an unserem Auto vorzunehmen, so dass uns schon nicht langweilig wird. Das Schöne ist außerdem, dass wir derzeit sogar eine richtig feste (Wohn)Adresse in Australien haben und wir uns so auch mal Post oder Pakete zuschicken lassen können. Ein fast normaler Alltag Mitten in Australien. Hätte uns das vor ein paar Jahren jemand mal gesagt, dann hätten wir ihn garantiert ausgelacht. Aber so schnell können Träume wahr werden…

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2 Kommentare zu „Back to the Roots – back to Albany“

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