In eigener Sache

“Some old fashioned things like fresh air and sunshine are hard to beat.”

 

Nach mehr als 5 Monaten bereiten wir uns nun so langsam auf den Abschied vor. Bald werden wir die Farm und ihre Bewohner, die uns nach all der Zeit doch mehr (oder weniger) ans Herz gewachsen sind, verlassen, um uns in wärmere Gefilde Australiens zu begeben. Wir haben so einiges hier erlebt, haben uns und unsere Kräfte besser einschätzen gelernt, Denkweisen geändert, den inneren Schweinehund mehr als einmal überwunden und sind doch ab und zu (auch zwischenmenschlich) an unsere Grenzen gestoßen. Besonders hervorzuheben ist, dass wir ein Erlebnis teilen, was wir beide so nie geplant hatten oder auch nur ansatzweiße in unseren Köpfen hatten. Mal ganz ehrlich, in Deutschland hätten wir uns never ever auf so einen Job eingelassen (….3:30Uhr aufstehen).

“The best memories are made on the farm”

 

 

Wir möchten hier auch mal etwas klarstellen:

Nein, die Kühe leiden hier nicht. Wir haben sie nicht gefragt, aber wir haben sie beobachtet. Wir wissen, dass diese Form einer Milchfarm vielleicht nicht häufig in der Welt vorkommt, in den meisten Fällen werden viele 100e, 1000e oder 10000e Kühe auf engem Raum gehalten und haben keine Bewegungsfreiheit. DAS heißen wir nicht gut! Auf dieser Farm hier ist das allerdings ganz anders. Auch wenn der Farmer den kommerziellen Weg beschreitet, Kraftfutter gibt und natürlich auch mit Antibiotika arbeitet, so werden die Tiere hier ganz bestimmt nicht gequält. Die Kühe gehen aller 2 Tage auf eine neue Weide und können frisches Gras fressen und sich ordentlich die Beine vertreten. Je nachdem in welchem “Paddock” sie sind, kann der Weg zur Dairy dann schon mal 2-3 km lang sein. Natürlich werden die Babys den Müttern auch hier nach wenigen Stunden oder einem Tag  weggenommen, sie werden allerdings nicht in einzelne Boxen gesperrt, sondern leben mit gleichaltrigen Artgenossen wie in einer Art Kindergarten für 2-3 Monate in einem Stall und werden danach auf eine eigene Wiese freigelassen, auf der sie sich ordentlich austoben können. Die Mütter selbst vergessen dieses Ereignis nach einigen Tagen, ansonsten würden sie die ganze Zeit muhen oder brummen wie verrückt, denn das tuen Kühe, wenn sie sich unwohl fühlen oder es ihnen nicht gut geht. Sie sind diesen Ablauf also “gewöhnt”. Natürlich gibt es auch andere Wege, man kann zum Beispiel die Kühe zusammen mit ihren Kälbern auf der Weide lassen und erhält dann eben nur einen Anteil der Milch, die eine Kuh produziert. Da die Kühe für die Milchproduktion gezüchtet sind, geben sie 20 Liter oder mehr Milch, das Kalb selbst trinkt höchsten ca. 5 Liter Milch am Tag. Würde man die Kuh also nicht melken, würde sie krank werden und wahrscheinlich sterben. Man darf hier einfach nicht vergessen, dass es Nutztiere sind.  Wir denken, das so eine Haltung von Kühen hier in Australien erstens möglich ist, weil man für die Milch eben mehr als nur 50 Cent bezahlt und der Farmer davon einen ordentlichen Anteil erhält, von dem er auch sehr gut leben kann und zweitens ist natürlich auch genügend Platz vorhanden!

Wenn ihr verhindern wollt, dass Nutztiere unter furchtbaren Bedingungen dahinvegetieren und leiden, dann achtet darauf wo und was ihr kauft, welchen Preis es hat und wie viel ihr konsumiert. Steaks bei Lidl für 1,99 € KÖNNEN NUR von unglücklichen Tieren stammen. Soviel dazu.

 

Wir packen unseren Friedrich jetzt erst einmal voll mit unseren ganzen Habseligkeiten (hoffentlich packt Jojo nicht noch ein ‘’”süüüüüßes” Kalb mit ein) und freuen uns erst einmal auf wesentlich besseres Wetter, Strände, Nationalparks, die Straße, Kängurus und neue Abenteuer und hoffen, euch bald wieder mit paradiesischen Fotos beglücken zu können.

Obwohl, mit einem kleinen Paradies kann man die Farm auch vergleichen……..

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