Top End

Unseren Weg nach Darwin verschönten wir uns mit einem Halt in Kununurra, um unseren Auspuff wieder anschweißen zu lassen, einem Stopp am Lake Argyle, um den wasserreichen und für das Landesinnere Australiens eher untypischen Anblick zu genießen, und einem kurzen Aufenthalt in Katherine, um unsere Vorräte wieder richtig aufzufüllen. Kurz nach Kununurra hieß es zudem auch “Tschüss WA”, denn wir passierten die Landesgrenze zum Northern Territory.

Dann beschlossen wir, dem Rat des Reiseführers zu folgen und uns den Kakadu Nationalpark anzuschauen. Wir hatten nämlich von vielen Seiten schon vernommen, dass der Park nicht so viel zu bieten hätte, aber wir wollten uns dann doch selbst ein Bild davon machen. Vorher machten wir aber noch einen Abstecher zu den Edith Falls. Diese wahrscheinlich eher unbekannten idyllischen Wasserfälle boten uns sogar mehrere Bademöglichkeiten und einen schönen Wanderweg.

Im Kakadu Nationalpark angekommen, bezahlten wir zunächst  die für 7 Tage gültigen, und um weitere 7 Tage verlängerbaren, Parkpässe für je 40$ und rüsteten uns mit zahlreichem Informationsmaterial aus.

Dann steuerten wir gleich den ersten Campingplatz mit 1 km entferntem Wasserfall und Schwimmbecken an. Leider suchten uns bei Einbruch der Dunkelheit zahlreiche Mücken und andere Fluggeräte heim, sodass wir Schutz unter unserem behelfsmäßigen Moskitonetz suchen mussten. Eingefleischte Camper wissen sich in diesem Falle durch ein Lagerfeuer und tonnenweiße Insektenspray zu schützen und sichern dadurch ihr unbeschadetes Überleben. Wir kamen aber auch so ganz gut unter unserem Netz klar.

Die weitere Reiseroute führte uns nach Cooinda & Yellow Waters. In Yellow Waters machten wir einen Spaziergang in den Wetlands, der auf einem krokodilsicheren Jetty (Steg) entlang führte. Danach schauten wir uns das sehr empfehlenswerte Warradjan Aboriginal Cultural Center an und genossen die klimatisierten Räumlichkeiten und die detaillierten Informationen über die hiesigen Aborigines und deren Kultur.

Die Nacht verbrachten wir diesmal auf dem Djarradjin (Muirella Park) Campground. Diesmal sammelten wir auf dem Anfahrtsweg ein bisschen Holz und konnten so unser erstes australisches Lagerfeuer anzünden.

Der nächste Tag hielt für uns eine Wanderung zu einem Felsen mit indigener Malerei (Nanguluwur  Art Site Walk), einen Spaziergang um das Anbangbang Billabong, einen Kletterweg zum Nawurlandja Lookout und die Wanderung zu weiterer Felsmalerei (Burrunggui Anbangbang (Nourlangie) + Gunwarrdehwarrde Lookout) für uns bereit.

Abkühlung holten wir uns anschließend im kleinen Ort Jabiru und gönnten uns ein Eis. Dort beschlossen wir auch, die Strecke in das ca. 40 km entfernte Ubirr noch am Nachmittag zu bewältigen. Hier gelangten wir, nach dem wir zahlreiche weitere Felsmalereien zu sehen bekamen, auf den Nadab Lookout, der uns einen atemberaubenden Blick auf die unter uns liegenden Wetlands (Überflutungsgebiete) bot, die nach und nach in das goldene und rote Licht des Sonnenunterganges getaucht wurden. Ein wirklich spektakulärer Anblick. Es war als hätten wir den ganzen Weg durch Kakadu nur beschritten, um endlich hierhin zu gelangen und dieses Farbenspiel sehen zu können.

Wir sogen den Anblick in uns auf, bevor massenhaft Touristen es uns gleich tun wollten. Bevor es aber endgültig zu viele Menschen um uns herum wurden, verließen wir diesen wunderbaren Ort. “Tschüss Ubirr, du hast uns verzaubert. Aber leider bist du kein Geheimnis mehr.”

Doch noch waren wir nicht fertig mit Kakadu. Am darauffolgenden Tag traten wir noch eine Wanderung auf dem Bardedjilidji Sandstone Walk an, der entlang des East Alligator Rivers und zwischen erodierten Sandsteinklippen hindurchführte. Danach fanden wir uns am Cahill’s Crossing ein, einer Flussdurchfahrt die gleichzeitig eine natürlichen Grenze zum Arnhem Land ( Aborigine-Reservat) bildet. Dort konnten wir zahlreiche im Wasser lauernde Krokodile beobachten, die es glücklicherweise nicht auf die todesmutigen Angler abgesehen hatten.

Kurz vor dem Ende des Parkes konnten wir in den Mamukala Wetlands noch einige typische Wasservögel beobachten, z.B. die schwarzweiß gefiederte Megpie Goose, den weißen Intermediate Egret, oder den Comb-crested Jacana mit dem roten Kamm und den langen Beinen.

Die Nacht verbrachten wir auf dem 2 Mile Hole Camp, dass wir nur über eine Gravelroad erreichten. Hier fürchteten wir uns zwar ein bisschen vor den Krokodilen, weil wir unser Lager sehr nah am Wasser aufschlugen, aber viel schlimmer waren letztendlich mal wieder die Mücken. Also gingen wir zeitig ins Bett und lauschten den wilden und uns total unbekannten nächtlichen Geräuschen von Flughunden, Vögeln und anderem Getier. Am nächsten Morgen beobachteten wir ein keckes Känguru, was sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht bei der Futtersuche stören ließ und um unser Lager herumsprang.

So endete nach 4 Tagen unser Ausflug in den Kakadu Nationalpark. Was wir nicht gesehen haben, waren die Jim Jim Falls und die Twin Falls. Diese sind leider nur über eine sehr schlechte Gravelroad zu erreichen, welche wir unserem Auto nach der Mitchell Falls- Erfahrung nicht antun wollten. Zu sehr befürchteten wir den Verlust von weiteren relevanten Fahrzeugbestandteilen. Außerdem hörten wir, dass die Wasserfälle, jetzt am Ende der Trockenzeit, nicht mehr arg so viel bis kein Wasser führten. Wir empfehlen allen Interessierten, den Kakadu Park spätestens bis Mitte der Trockenzeit zu besuchen und ein bisschen Zeit mitzubringen, um den Parkpass auch gänzlich ausschöpfen zu können. Abschließend sei gesagt, dass sich der Park definitv für alle lohnt, die sehr interessiert sind an der Felsmalerei der Ureinwohner. Hierfür gibt es auch die Möglichkeit an kostenlosen Ranger-Führungen teilzunehmen, um die Kunst der Aborigines besser verstehen zu lernen.

Bevor wir Darwin erreichten, gab es noch einen Punkt von der To-Do-Liste zu streichen. Den Tipp hatten wir damals von unseren Frenchys erhalten. Also hielten wir am Adelaide River und buchten eine Crocodile-Jumping-Tour. Nach einer Stunde Warten ging es dann auch schon los. Bei so einer 1-stündigen Tour fährt man mit einem nicht allzu großen Boot auf dem Fluss entlang und der Skipper hält Ausschau nach ihm bekannten Krokodilen im Wasser. Wenn er eins erblickt, stoppt er das Boot, und hält dann eine Art Angel von der Rehling, an der unten ein Stück Fleisch oder Fisch hängt. Das Krokodil kommt heran geschwommen und um an den in der Luft hängenden Köder zu gelangen, stämmt es sich dann aus dem Wasser in die Höhe, in dem es sich mit dem kräftigen Schwanz ausbalanciert. Ein imposanter Anblick, dass muss man schon sagen. Dieses Prozedere wiederholt sich einige Male, weil der Skipper die Angel immer wieder weg zieht. Bevor das Krokodil aber die Lust verliert, lässt er das Fleischstück so lange hängen, bis das Tier zuschnappt und das Fleisch im Rachen der Panzerechse verschwindet. Auf der Tour sahen wir dann nicht nur eins der Urzeitviecher, sondern vielleicht fünf oder sechs. Außerdem erfuhren wir einiges Wissenswertes über die Tiere, auch dass sie sozusagen nimmersatt sind. Egal, ob sie am Vortag eine Kuh verdrückt haben, sie kommen am nächsten Tag trotzdem und wollen den Köder verspeisen.

Also, klare Empfehlung von uns für diese Tour !

 

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