Litchfield’s Wasserfälle

Um die Nationalparkrunde komplett zu machen, stand ein Besuch des Litchfield Nationalparks außer Frage. Doch zunächst statteten wir den Berry Springs einen kurzen Besuch ab, welche 30°C warmes Wasser verteilt auf 3 natürliche Pools boten und dazu jede Menge anderer Besucher. Ein netter Zeitvertreib war es trotzdem und augenscheinlich ein beliebtes Ausflugsziel der Bewohner Darwins.

70 km weiter waren wir dann schon im Litchfield Nationalpark. Der Eintritt ist frei und das ist bereits ein Pluspunkt, den wir festhalten konnten.

Da es schon auf Nachmittag zuging, waren wir gleich auf der Suche nach einem geeigneten Campground. Zuvor bewunderten wir aber noch riesige, flache und in perfekter Nord-Süd-Ausrichtung gebaute “magnetische Termitenhügel”.

Einen Platz zum Schlafen fanden wir dann auf einem Campingplatz in der Nähe der Wangi Falls. Diese besuchten wir am nächsten Tag. Ein kurzer aber steiler Weg führte durch ein Stück Regenwald  zum oberen Ende der Wasserfälle und auf der anderen Seite wieder abwärts. Bei schwülwarmen Temperaturen trieb es uns den Schweiß aus allen Poren und wir sprangen anschließend gerne in das kühle Nass des Badelochs.

Am darauffolgenden Tag machten wir eine kurze Wanderung zu den Florence Falls, wo wir in eisigem Wasser schwammen, und anschließend durch den Regenwald, wo wir die Kappe unserer Kamera im Florence Creek verloren und erst mal eine Weile im klaren Wasser danach suchen mussten. Der Weg führte danach noch bis hin zum Buley Rockhole, wo es kaskadenartige Wasserfälle und kleine Felslöcher zum Schwimmen gab. In der Mittagshitze spazierten wir anschließend zum Lookout der spektakulären Tolmer Falls. Diese Wasserfälle stürzen sich in mehreren Stufen ca. 35 m in die Tiefe und das Wasser sammelt sich unten in einem tiefen Becken. Dort, im Schatten des Regenwaldes, sind einige Fledermausarten zu Hause, die besonders geschützt sind. Daher ist auch der Wanderweg, der am Boden der Schlucht entlangführt, zur Zeit gesperrt. Wir waren jedoch mit dem Ausblick vom Lookout vollauf zufrieden, da dieser auch die Sicht auf eine natürliche Brücke bzw. Arch bot, die sich oberhalb der Wasserfälle befand.

Am Nachmittag war unser Friedrich wieder gefragt, denn wir bogen auf die 4WD Strecke, die zum südlichen Ende des Parks führte. Wir schauten uns zunächst das verlassene Blyth Homestead, welches sich neben einer alten Zinn-Mine befindet, an. Es handelt sich hier um eine wirklich kleine Wellblechhütte aus den 1920er Jahren, in der eine ganze Familie ihre Zuhause fand. Wir konnten in einem Familienalbum im Inneren der restaurieren Hütte die Familiengeschichte nachlesen und gewannen einen Eindruck, wie hart es damals für die ersten Siedler in diesen abgelegenen Gebieten Australiens gewesen sein musste.

Während es um uns herum immer heißer wurde, bewältigten wir mit dem Auto weitere 10 km auf der Sandpiste und gelangten auf den Campingplatz Sandy Creek. Von dort aus führt ein ca. 1,4 km langer Weg zu einem versteckten Wasserfall. Außer uns waren nur 3 weitere Leute hier, also hatten wir dieses paradiesische Fleckchen fast für uns allein. Das Wasser war trotz der Tiefe des Pools nicht kalt und so genossen wir, und das war nach dem kurzen aber anstrengenden Marsch auch bitter nötig, die Abkühlung. Wir haben selten so wirklich schöne Plätze für uns allein gehabt, meistens teilt man sich alles mit vielen anderen Campern oder, im schlimmsten Falle, mit dem Inhalt der unzähligen (Outbackabenteuer-)Tourbusse. Das hier war also etwas ganz Besonderes.

Uns war klar, dass es auch im Litchfieldpark Süßwasserkrokodile gibt und wir waren auch immer wachsam. Gerade an so einer einsamen Stelle, schaut man schon dreimal ins Wasser bevor man drin schwimmt. Die kleinen Freshies sind zwar bei weitem nicht so gefährlich, wie ihre salzigen Verwandten, können aber dennoch unangenehme Verletzungen verursachen. Wie wir dann so allein an diesem Badeloch saßen, in vollkommener Stille und uns über alles mögliche unterhielten, ertönte neben uns plötzlich ein entsetzlich lautes reißendes Geräusch. Jojo stieß vor Schreck einen spitzen Schrei aus und hüpfte ein paar Zentimeter in die Höhe. Tom starrte mit aufgerissenen Augen aufs Wasser. Aber dort war alles ganz ruhig. Der Ursprung des Geräusches kam von einer am Ufer stehenden Palme. Dort hatte sich nämlich ein Palmwedel verabschiedet und war mit Karacho ins Wasser geklatscht. Prima.

Über Nacht erholten wir uns aber von dem Schreck und waren am nächsten Tag bereit für die Surprise Creek Falls. Hierbei handelt es sich um tiefe, mit Wasser gefüllte Felslöcher, die nur durch ein Rinnsal eines Wasserfalls miteinander verbunden sind. Zu unserem Erstaunen war das Wasser in den Rockholes richtig warm und wir ließen uns die Gelegenheit nicht nehmen, einmal komplett nackt hineinzuhüpfen. Es war sowieso weit und breit keine Menschenseele zu sehen.

Der Litchfield Park war unser absoluter Favourit im Norden. Es ist zwar ein kleiner, aber dafür wirklich sehr schöner Nationalpark, der genug Attraktionen für 1-2 Tage Aufenthalt zu bieten hat, wenn man mit einem 4WD hinfährt sogar noch mehr. Zudem muss man keinen Eintritt bezahlen und die Campingplätze sind mit unter 10 AU§ mehr als erschwinglich und die meisten sogar mit ordentlichen Toiletten und Duschen ausgestattet.

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