Sigiriya & Dambulla

Am nächsten Tag wurde uns im Hostel bereits um 6 Uhr das Frühstück auf der Dachterrasse serviert. Eine halbe Stunde später nahmen wir uns ein Tuk Tuk in Richtung Bahnhof. Am Fahrkartenschalter erhielten wir allerdings die ernüchternde Informationen, dass es keine Tickets mehr für den 7:00-Uhr-Zug gäbe. Wir hatten uns allerdings für diesen Zug mit Josh aus Australien verabredet, der sich schlauerweise schon am Vortag sein Ticket gekauft hat. Es nützte alles nichts, wie mussten Josh ziehen lassen und 1,5 Stunden auf den nächsten Zug warten. Dann endlich konnten wir einsteigen und los ging rasante Fahrt ins ca. 134 km entfernte Kandy. Einen Sitzplatz konnten wir allerdings nicht ergattern. Dafür hatten wir Stehplätze mit Aussicht. Zunächst fuhren wir durch die ganzen Vororte und Slums von Colombo. Dies bot aufgrund der Armut und des vielen Mülls einen weniger schönen Anblick, der sich in unsere Köpfe brannte und uns natürlich auch nachdenklich stimmte. Dann ließen wir die Stadt hinter uns und weiter ging die Fahrt durch üppig grüne Landschaft, Reisfelder und kleine Örtchen, durch die der Zug gemächlich mit ca. 25 -30 km/h ratterte. Trotz der geringen Geschwindigkeit war es im Zug unheimlich laut, es wackelte und ruckelte stark, was auf die veraltete Technik zurückzuführen ist. Zudem war es ganz schön eng, da viele Leute stehen mussten und sich auch ständig Händler durch die Reisenden quetschten und gekühlte Getränke, Ananasstückchen und frittierte Köstlichkeiten anboten. Ein Highlight beim zugfahren sind die stets geöffneten Außentüren. Hier kann man wunderbar stehen und den Kopf rausstrecken und die ansich gemächliche Zugfahrt genießen. Natürlich sollte man sich immer gut festhalten.

In Kandy angekommen, wackelten wir mit unserem ganzen Gepäck zum Busbahnhof und ergatterten Plätze im VIP-Bus nach Dambulla. Unser nächstes Ziel hieß nämlich Sigiriya. Auch diese Fährt dauerte wieder ca. 2 Stunden. Unterwegs schlossen wir sicherheitshalber für einen mehr oder weniger erholsamen Schlaf die Augen. Die Fahrweise der Sri Lanker ist, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig. Es wird gehupt und wild überholt, scharf gebremst und von Sicherheitsabstand haben die Menschen hier noch nie was gehört. So tut man besser daran, einfach nicht hinzuschauen. Warum tun wir uns die Busfahrt überhaupt an? Weil es spottbillig ist.

In Dambulla mussten wir uns ein Tuk Tuk nehmen, und lernten dabei Manjula kennen. Manjula ist ein netter Kerl und guter Tuk Tuk-Fahrer, allerdings schaut auch er wo er bleibt und so sind wir überzeugt, dass auch er uns ein bisschen ausgenommen hat. Aber was sind die paar Peanuts schon, wenn sie ihm und seiner Familie (er hat 2 Kinder) ein angenehmes Leben ermöglich. Unterwegs hielt er an einem Ayurveda Herbal Garden an, wo uns verschiedene Heilpflanzen erklärt und eine Massage verpasst wurde. Letzten Endes lief es darauf hinaus, dass wir die dort hergestellten “medizinischen” Produkte kaufen sollten. Außer einem Antimückenspray nahmen wir allerdings nichts weiter mit.

Als Übernachtungsmöglichkeit empfahl uns Manjula dann ein erst kürzlich eröffnetes Homestay. Dort fanden wir ein hübsches Zimmer vor und hatten auch unsere Ruhe, da wir die einzigen Gäste waren. Die Familie war sehr freundlich und hilfsbereit und sie zauberten uns am nächsten Morgen ein schmackhaftes traditionelles Frühstück. Das sah zwar zunächst ungewohnt aus und war weit entfernt von Brötchen und Nutella aber suuuper lecker. Nicht zu verachten ist außerdem der Sri Lanka Kaffee, welcher zwar jede Menge Satz enthält, aber ebenfalls sehr köstlich und nicht so stark ist, wie für gewöhnlich unser Kaffee in Deutschland.

Nach diesem Frühstück am nächsten Tag, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Löwenfelsen. Unterwegs sprachen uns wieder jede Menge Tuk Tuk-Fahrer an. Nein wir wollten nicht mitfahren, sondern l-a-u-f-e-n. Unterwegs bemerkten wir auch lustige gelb-schwarze Straßenschilder die vor umherwandernden Elefanten warnten. Na hoffentlich läuft uns jetzt nicht so ein Koloss über den Weg, dachten wir uns, und setzten unsere Reise in der feuchtwarmen Hitze fort. Der Eintritt zum Felsen kostete uns dann knapp 10000 Rupien (=53 €= Wucher) aber das mussten wir nun schlucken. Um uns herum tummelten sich auch schon zahllose Touristen aus aller Herren Länder und so freuten wir uns auch mächtig auf den Aufstieg über gefühlt eine Millionen Treppenstufen. Unterwegs besichtigten wir die berühmten Wolkenmädchen-Fresken von Sigiriya, rätselhafte Wandmalereien von hübschen Frauen mit üppigen Vorbau, deren fotografische Ablichtung allerdings verboten war. Durch die Überreste eines Löwentors – leider sind hier nur noch die Tatzen links und rechts vom Aufstieg übrig – ging es weiter steil bergauf bis wir schließlich auf dem 200 m hohen Felsplateau angekommen waren. Zu besichtigen gab es hier die Überreste einer ehemaligen Festung, die wahrscheinlich im Jahr 473 n. Chr. erbaut wurde und einige Jahre als Herrschersitz diente. Vom Felsen hat man zudem einen wunderschönen Ausblick auf das umliegende Bergland.

Im Anschluss gönnten wir uns dann im kleinen Örtchen Sigiriya ein wohlschmeckendes vegetarisches Curry und einen leckeren Papayasaft. Am Vorabend hatten wir in einer anderen Garküche ebenfalls Papayasaft und dazu ein köstliches Kottu probiert – irgendwie sind wir (bei beidem) auf den Geschmack gekommen.

Nach dem Essen waren wir hundemüde und hielten ein langes Mittagsschläfchen. Abends rafften wir uns dann doch noch einmal auf und wanderten zum Pidurangala Felsen (aber nicht hinauf – da es schon dämmerte und unheimlich geregnet hat).  Und schon war unsere zeit in Sigiriya vorbei und wir verabschiedeten uns von unseren Gastgebern. Der Tuk Tuk-Fahrer Manjula holte uns am nächsten Tag wieder ab und fuhr uns zu den Höhlentempeln in Dambulla. Hier wartete der nächste steile Aufstieg auf uns.

Gegen Mittag stiegen wir in den Bus zurück nach Kandy. Diesmal kein VIP-Bus sondern ein ganz normaler ohne Klimaanlage. Die Fahrt war also schon etwas abenteuerlich. Aber auch das haben wir wohlbehalten überstanden.

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