Kandy, Ella und Udawalawe

In Kandy angekommen schleppten wir unser Gepäck zu Fuß 800 m zum Hostel. Das lag halb versteckt in einer Hintergasse und bestand aus einem gemischten Schlafsaal, einem Schlafsaal für Frauen und einer Dachterrasse. Der Besitzer, der rund um die Uhr anwesend war, schlief quasi in der Hostelküche. Wir entspannten uns kurz und informierten uns bei den anderen Backpackern, wo man hier am besten essen gehen kann.  Für uns gab es dann Streetfood. Näheres möchte ich aber über die Lokalität nicht verraten, dann würden euch allen die Haare zu Berge stehen. Nur so viel, es hat gut geschmeckt und wir haben es überlebt.

Dann sind wir zu Fuß durch die Stadt um den See herum bis zum Zahntempel. Hier befindet sich laut der Überlieferung ein Eckzahn von Buddha Siddhartha Gautama. Er wird in einem Schrein in der Mitte des Tempels aufbewahrt und dieser Schrein wird dreimal täglich geöffnet. Dann versammeln sich zahlreiche Gläubige und Touristen im Tempel um Opfergaben, vorallem Lotusblüten und Geld, darzubringen. Sie glauben, dass die spirituelle Kraft Buddhas in dem Zahn gespeichert ist.

Es war schon ca. 17 Uhr und um 18.30 Uhr sollte dann die Zeremonie beginnen. Wir schauten uns also das Innere des Tempels an, sahen beobachteten zahlreiche Touristen und die ganz in weiß gekleideten Gläubigen und Mönche in rot- und orangefarbenen Roben, rochen den Duft der Räucherstäbchen, hauptsächlich Sandelholz und warteten auf die Zeremonie. Im Außenbereich gab es ein kleines gläsernes Haus, in dem die Gläubigen Kerzen anzünden. Dort saßen wir eine Weile auf einer Mauer und sogen die uns so unbekannte feierliche Atmosphäre in uns auf. Schließlich begann das Spektakel. Es wurde minutenlang laute Musik bzw. Trommellärm gespielt und Mönche liefen geschäftig hin und her. Wir standen auf halber Treppe und beobachteten das Geschehen. Alle strömten in den dritten Stock, wo die heilige Reliquie in einem Schrein aufbewahrt wird. Die Tür zum Schrein wurde geöffnet und man konnte einen kurzen Blick ins Innere werfen. Nach einer Weile reihten auch wir uns ein, fühlten uns komisch zwischen all den weiß gekleideten Menschen, die ihre Opfergaben in der Hand hielten. Wir sind weder weiß gekleidet, noch haben wir Opfergaben mitgebracht, ja wir wissen ja eigentlich kaum um was es hier geht. Wir fühlen uns schon ein bisschen wie dumme Touristen. An der Tür zum Schrein angelangt, erhaschen wir einen Blick vom Inneren. Sehen können wir nichts, außer vielen goldenen Gegenständen. Wo ist der Zahn? Wie wir später erfuhren, ist dieser in mehreren Schatullen versteckt, welche für Normalsterbliche nie geöffnet werden. Wir drehten noch eine letzte Runde im Tempel, ließen uns von den Menschenmassen mittreiben und schubsen, irgendwann landeten wir endlich wieder draußen an der frischen Luft. Wir machen uns auf den Heimweg, unterwegs holten wir uns noch ein Bier.   

Die Nacht verbrachten wir in einem Schlafsaal mit 12 Betten, die auch zu 80% belegt waren. Ein bisschen schwierig gestaltete sich das Einschlafen schon, vielleicht wegen der zahlreichen laut summenden Deckenventilatoren oder vielleicht waren einfach zu viele Leute in einem Raum. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker gegen halb 6. Tom berichtete mir erstmal von den Ereignissen der letzten Nacht. Vor dem einzigen Fenster zum Schlafsaal haben sich Bauarbeiter rumgetrieben die irgendwann ein 2-takt Notstromaggregat in Betrieb nahmen, dessen Abgase direkt durch das geöffnete Fenster in unseren Schlafsaal zogen. Er hat daraufhin versucht den Besitzer des Hostels zu wecken, der ja in der Küche schlief. Irgendwann ist ihm dies gelungen. Der Besitzer hat dann eine Viertelstunde mit den Bauarbeitern diskutiert, bis sich diese endlich breitschlagen ließen den Generator woanders hin zu stellen. Während der ganzen Zeit ist fröhlich verdreckte Luft zu uns ins Zimmer gezogen und keiner außer Tom hat es bemerkt. Ich frage mich ernsthaft, was passiert wäre, wenn es wirklich niemand mitbekommen hätte.

Wir wurden dann später von einem Taxi abgeholt und in einen ca. 12 km entfernten Ort gebracht. Dort stiegen wir in den Zug nach Ella. Der Plan dahinter war folgender: Wir hofften, dass viele Leute in Kandy aussteigen und wir dann einen Sitzplatz ergattern konnten. Das ging leider nicht ganz auf. Schließlich teilten Tom und ich uns einen Sitzpatz und das bei einer 7-stündigen Fahrt.

Im touristischen Ella angekommen, suchten wir zu allererst ein Restaurant auf. Es gab Lumprais, das ist in einem Bananenblatt gebackener Reis mit Hühnchen und Gemüse. Um die Schärfe abzumildern, hatten wir uns einen einen Papayalassi bestellt. Um zu unserer Unterkunft zu gelangen nahmen wir den Bus der die kurvenreiche Strecke bergauf in haarsträubender Geschwindigkeit zurücklegte. Beinahe hätte sich mein Mittagsimbiss wieder verabschiedet. Aber zum Glück war nach 10 Minuten die Fahrt schon wieder beendet. Unsere Rucksäcke schleppten wir die letzten Meter in die schöne Unterkunft mitten in den Bergen mit und genossen später bei einem kühlen Bier die tolle Aussicht und den Sonnenuntergang.

Am nächsten Tag wanderten wir zum Little Adams Peak und danach zur 9 Arch Bridge. Zurück in der Unterkunft machten wir einen langen Mittagsschlaf, weil wir beide den Anflug einer Erkältung verspürten. Für den darauffolgenden Tag hatten wir wieder einen Ortswechsel geplant. Wir wollten nach Udawalawe und in den dortigen Nationalpark. Da uns beiden nicht nach einer anstrengenden Busfahrt zumute war, bestellten wir uns kurzerhand ein Taxi, dass uns in 2 Stunden in unseren Zielort brachte. Dort buchten wir auch direkt für den nächsten Tag eine Safari in den Nationalpark. Um 5.30 Uhr wurden wir schon abgeholt und schauten uns die nächsten 3 Stunden zahlreiche bunte Vögel, u.a. Pfauen, Rehe, Büffel, Krokodile, Füchse, Affen und natürlich Elefanten an.

Nach der Rückkehr im Homestay gab es Frühstück und anschließend wieder Mittagsschlaf, um uns auszukurieren.

 

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