Chiang Mai

1. Tag

Nachdem unser Zug gegen 9 Uhr morgens im Bahnhof von Chiang Mai eingerollt war, ließen wir uns erst einmal in einem nahegelegen Café nieder. Wir buchten danach eine Uber-Fahrt in unser Hostel und dort angekommen, fielen uns auch schon die Äuglein zu. Gegen Mittag wurden wir wieder wach und beschlossen, uns mal an die frische Luft zu wagen. Wir gönnten uns ein Mittagessen, was aus Khao Soi und Tom Yum Suppen bestand.

Wir hatten bereits online eine Dschungel-Trekking-Tour für den übernächsten Tag gebucht, für die aber noch Einzelheiten persönlich zu klären waren. Also suchten wir das Büro des Anbieters auf und leisteten dort dann auch schon die Anzahlung für die Tour. Wir schlenderten anschließend an der alten Stadtmauer Chiang Mais entlang bis zum Tha Phae Gate. Hier trafen wir auf Swetlana, eine aus Russland stammende Amerikanerin (oder anders herum?). Die klagte uns ihr Leid wegen ihres kaputten Kindle’s. Aber Tom wäre nicht Tom, wenn er nicht sofort eine Lösung parat gehabt hätte. Und siehe da, in Nullkommanix, war das Kindle wieder zum Leben erweckt worden und unser Gegenüber strahlte uns an. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile über unsere Reiseabenteuer und dann schickte uns Swetlana in eine Bäckerei ein paar Straßen weiter, weil es dort die besten Zimtschnecken geben sollte. Und die waren tatsächlich äußerst schmackhaft.

Am Abend wanderten wir noch über den Nightmarket von Chiang Mai und genossen einen landesuntypischen Burrito.

2. Tag

Wir mieteten uns einen Roller, um die Stadt bzw. die Umgebung auf eigene Faust erkunden zu können. Chiang Mai ließen wir dann auch direkt hinter uns und kämpften uns stattdessen eine steile und kurvenreiche Straße bis zum Wat Phra That Doi Suthep, dem Wahrzeichen Chiang Mais, hinauf. Wir erkundeten die Tempelanlage und fuhren weiter bis zum Hmong Village, wo wir über einen Souvenirmarkt liefen und einen Blumengarten mit einem kleinen Wasserfall besichtigten. Unseren Hunger stillten wir mit dem leckersten Khao Soi in einer ganz unscheinbaren Lokalität.

Dann brachen wir auch schon wieder auf und traten die Heimreise an. Im Hostel angekommen mussten wir unsere Taschen, die nicht mit auf Trekking Tour gehen sollten, packen und diese in die Räumlichkeiten des Tourveranstalters bringen, wo sie dann für die 3 Tage gelagert wurden.

Wir drehten noch eine letzte Runde mit dem Roller, bevor wir diesen am Abend wieder abgegeben mussten. Unser Abendbrot nahmen wir dann wieder auf dem Nightmarket zu uns.

 

3. Tag – Aufbruch zur Trekkingtour

Gegen 8.30 Uhr wurden wir mit dem Pick Up am Hostel abgeholt. Auf dem Pick Up waren mehr oder weniger provisorisch Sitzbänke angebracht, auf denen wir quer zur Fahrtrichtung saßen (nichts für empfindliche Mägen). Wir machten auch gleich Bekanntschaft mit unserer Gruppe, die aus zwei Australiern, einer Kanadierin und 2 weiteren deutschen Mädels bestand. Wir wurden zunächst von der Touristenpolizei belehrt, was im Notfall im Dschungel zu tun sei und wie wir Hilfe organisieren könnten. Danach gingen wir auf einen Markt und tranken dort einen Tee, während unsere Guides den Einkauf für die kommenden Tage erledigten. Wir fuhren weiter zu einem wunderschönen, aber leider eiskalten Wasserfall. Wir sprangen zwar ins kühle Nass, aber so richtig zum Schwimmen war es nicht geeignet. Also ließen wir uns das herabfallende Wasser auf die Haut rieseln und genossen die Dusche. Anschließend gab es Mittag und danach die erste Wanderung im Dschungel. Ziel war ein kleines Dorf mitten im Wald. Dort angekommen, stellten wir fest, dass es dort nicht einmal Elektrizität gab. Aber dennoch wirkten die Bewohner sehr glücklich mit ihrem einfachen Leben. Die Einwohner und wir wohnten in Bambushäusern, während Schweine, Kühe und Hühner in unmittelbarer Nachbarschaft zu uns lebten. Fortbewegungsmittel im Dorf waren hauptsächlich Roller und Mopeds. Die Bewohner lebten vom Reisanbau. Dieser wurde mit Hilfe einer Holzvorrichtung manuell von der Spreu getrennt und anschließend gesiebt. Das alles passierte in mühevoller Handarbeit, aber es schien als hätte jeder seine Aufgabe und war glücklich damit. Von Buddhismus war hier weit und breit nichts zu spüren. Unser Guide, der selbst aus diesem Dorf stammt, erzählte uns, dass die Einwohner katholische Christen seien. Am nächsten Tag sollte eine Hochzeit stattfinden und an diesem Tag feierten die Dorfbewohner bereits eine Art Polterabend, in den wir auch gleich mit integriert wurden. Das hieß, wir mussten Reiswhiskey trinken. Und nicht nur einen. Nein es wurde ein Becher aus Bambus herumgereicht, der sich immer wieder wie von allein füllte. Das Getränk war vielleicht nicht sehr stark, aber nach 3- 4 Schnäpsen spürten wir die Wirkung dann doch. Es war eine lustige Runde und auch wenn die Dorfbewohner nur gebrochen Englisch sprachen, konnten wir uns verständigen. Bei Einbruch der Dunkelheit gab es für uns dann endlich Dinner, was von unseren Guides frisch zubereitet worden war. Äußerst leckeres Curry, gebratene Nudeln, Reis, Frühlingsrollen und als Nachtisch tonnenweise Obst. Wir waren super versorgt und es ging uns gut. Das einzige was uns zu schaffen machte, war die Kälte. Ja wir hätten vielleicht doch noch eine dickere Jacke mitnehmen sollen, aber wir hatten einfach nicht erwartet, dass es wirklich so sehr anzieht. Deswegen und weil Jojo immer noch mit ihrer Erkältung zu kämpfen hatte, gingen wir ziemlich zeitig ins Bett und kuschelten uns unter einen Stapel Decken.

 

4. Tag

Am nächsten Morgen, wachten wir gegen 7 Uhr auf und es war immer noch eisekalt draußen. Die Sonne ließ sich nur langsam auf unserem Balkon blicken und so nahmen wir noch ein bisschen frierend unser Frühstück aus Rührei, Toast, Banana Spring Rolls und Obst ein. Dazu gab es Kaffee und Tee, einfach himmlisch. Anschließend statteten wir noch Braut und Bräutigam, die an diesem Tag ihre Hochzeit feierten, einen Besuch ab und übergaben unser Geldgeschenk. Danach stand für uns die nächste Wanderung an. Die nächsten drei Stunden ging es wieder durch den Dschungel, vorbei an (trockenen) Reisfeldern, durch Kuhherden hindurch, bergauf und bergab bis wir schließlich an einen Fluss gelangten. Hier sollte unser Bambooraft, ein ca. 1,20 m breites und 5 m langes Floß aus Bambusstämmen, ankommen. Darauf mussten wir allerdings erst einmal eine Weile warten. Aber endlich war es soweit und wir konnten das Rafting starten. Ganz entspannt fuhren wir dann in der Nachmittagssonne auf dem Fluss in Richtung Elefantencamp, vorbei an dichtem Dschungel. Dann nahmen wir unser Mittagessen ein und dösten ein bisschen im Schatten der Holzhütten im Camp. Und schon stand das nächste Highlight auf dem Plan. Wir durften 2 Elefanten mit Melonenschalen, Ananas und Bananen füttern. Währen die Dickhäuter das mitgebrachte Obst ohne mit der Wimper zu zucken verschlangen, konnten wir sie streicheln und ihre raue und schrumpelige Haut unter unsern Fingern spüren. Die normalerweise sanften Riesen konnten kaum genug bekommen von unseren Leckereien, aber irgendwann war der Korb leer. Anschließend gingen die beiden Tiere in den Fluss, setzen sich sogar hin und wir hatten die Chance sie zu “waschen”. Mit kleinen Plasteeimern schöpften wir Wasser und spritzten die Dickhäuter nass, was sie sichtlich genossen. Ein Mädchen aus unserer Truppe, wagte dann auch noch einen kurzen Ritt auf einem der Tiere. Das hieß einmal aufsitzen, 5 Minuten gehen und wieder absitzen. Alle anderen verzichteten aber. Da die Elefanten nicht in dem Camp lebten, sondern die meiste Zeit im Dschungel verbrachten, wurden sie als wir mit unserem Raft wieder aufbrachen, auch wieder in den Busch zurück geschickt. Sie gingen allerdings nur ungern, da sie eigentlich lieber mehr von dem leckeren Obst futtern wollten. Alles in allem machte dieses Camp einen sehr guten Eindruck. wir hatten hier auf gar keinen Fall den Eindruck, dass die Tiere zu leiden haben. Von anderen trekkingtouren und Elefantencamps hatten wir allerdings schon ganz andere Geschichten gehört. Die größte Unsitte ist das Geschäft mit dem Elefantenritt, bei dem der Elefant ein Gestell auf dem Rücken tragen muss, in welchem dann dicke Touristen mit Kamers sitzen. Nein, so etwas wollten wir auf keinen Fall unterstützen.

Während die Dickhäuter den Weg in den Dschungel antraten, trieben wir weiter Flussabwärts, dem nächsten Dorf entgegen.

Der einzige Transportweg zum Dorf war der FLuß. Es gab keine Straße auf der Roller oder geschweige denn Autos fahren konnten. Nur ein schmaler Trampelpfad führte vom Dorf weg.

So abgeschnitten vom Rest der Welt verbrachten wir die Nacht in einem auf Stelzen stehenden Holzhaus. Auf der Terrasse entzündeten unsere Guides später ein Lagerfeuer um welches wir uns versammelten, Lieder sangen und den Klängen der Gitarre lauschten.

 

5. Tag

Am nächsten Morgen saßen wir in unsere Zudecken gewickelt auf unserer Terrasse und nahmen das Frühstück ein. Wieder erwärmte die Sonne nur langsam das Flusstal und Nebel sammelte sich über dem Wasser. Heute mussten wir glücklicherweise nicht mehr wandern. Wir stiegen einfach wieder auf unsere Rafts und weiter ging die überwiegend gemächliche Fahrt auf dem Fluss.

Nur zweimal wurde es brenzlig, unter anderem als sich eines der Rafts zwischen Felsen verkeilte und die Jungs es aus eigener Kraft wieder befreien mussten. Ansonsten durchquerten wir ein paar Stromschnellen, durch die uns unser Captain und Tom als 2. Steuermann hindurch manövrierten, so dass wir nach ca. 3 Stunden wohlbehalten wieder in der Zivilisation ankamen. Hier gab es noch einen letzten Lunch bevor wir wieder mit dem Pick Up nach Chiang Mai zurückgebracht worden.

 

 

Dort angekommen, machten wir uns auch sogleich auf den Weg ins Krankenhaus. Wegen der langandauernden Erkältung war uns nun doch langsam der Geduldsfaden gerissen und wir wollten die ganze Sache abchecken lassen. Nach einer allgemeinen Untersuchung, dem Röntgen der Lunge und einer Rechnung von ca. 50 € durften wir auch wieder nach Hause gehen. Es sei soweit alles in Ordnung, meinte der Arzt zu Jojo und verschrieb ihr noch ein paar Tabletten, die sie aber dann auch schon fast gar nicht mehr nehmen musste, da die Erkältung in den nächsten Tagen (endlich) nachließ.

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2 Kommentare zu „Chiang Mai“

  1. Alles in allem sicher eine tolle Tour und jede Menge Eindrücke + Erfahrungen für oder über das sogenannte zivilisierte Leben von dem der größte Teil der Menschheit glaubt es sei das allein glücklich machende. Wie ich lese ist dem wohl nicht so. Einfach nur schön.

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