Eine Insel und zwei Abschiede

Koh Lanta, Ao Nang, Bangkok

15.02.-23.02.2018

Um noch ein bisschen Insel-Atmosphäre genießen zu können, wollten wir noch ein paar Tage auf Koh Lanta verbringen. Diese kleine Insel lag 3 Stunden mit der Fähre von Krabi entfernt. 

Unsere Unterkünfte bestanden diesmal aus Bambus. Es waren klitzekleine Bambushütten, in denen wir gerade einmal eine Matratze, einen Ventilator und ein bisschen Stellfläche vorfanden. Es war warm, eigentlich schon heiß und den Bleichgesichtern, die gerade ihren ersten Sonnenbrand überstanden hatten, lief der Schweiß. Uns übrigens auch. Für ein bisschen Abkühlung, hatten wir es auch gar nicht weit. Der Strand lag nur 500 m entfernt. Aber vorher musste erstmal unser Hunger gestillt werden. Also probierten wir uns auf einem Foodmarket durch, denn dort gab es verrückte Sachen zu essen, wie Kokospuddingwaffeln, bunte Hefeknödel, Hühnchenspieße und gefüllte Teigtaschen.  Ein bisschen misstrauisch waren wir zwar, aber letztendlich haben wir alles gut vertragen. Richtiges Mittagessen gab es dann in einem normalen Imbiss. Einer von uns probierte sogar Morning Glory, Wasserspinat, welcher aber so in seiner grünen Pracht auf dem Teller nicht viel hermachte und auch geschmacklich wenig Anklang fand. Der Rest gab sich – wie immer- mit Pad Thai (gebratene Nudeln) bzw. Tofu mit Reis zufrieden, denn die Experimentierfreudigkeit ließ dann doch allmählich nach. Nach meiner Lebensmittelvergiftung in Pai aß ich am liebsten nur noch Fried Rice – also gebratenen Reis mit Gemüse und bestenfalls Ei und vermied auch weitestgehend Geflügel. Ich hatte einfach keine Lust mehr nochmal so etwas durchmachen zu müssen und hoffte einfach, auf dem richtigen Weg zu sein.

Da es mein Geburtstag war, mussten wir dann unbedingt an den Strand. Im Sonnenuntergang zu baden war schon hervorragend und weil es so schön war, schossen wir dann auch noch ein paar Fotos.

Am Abend ließen wir uns in einem ganz entspannten Restaurant nieder, aßen Fingerfood, tranken Cocktails und sündigten bei kalorienreichen Desserts. Besser hätte dieser Tag gar nicht enden können.

Am nächsten Tag liehen wir uns – mal wieder  – Roller aus. Einfach weil es der günstigste Weg war um von A nach B zu kommen. Wir hatten es auf den südlicheren Teil der Insel abgesehen, denn wir wollten in den Dschungel. Gesagt – getan. Unterwegs wurden wir mit mehreren traurigen Wahrheiten konfrontiert:

Zwei Elefanten –Mutter und Baby –  die ihr Dasein traurig in einem schlammigen Gehege von vielleicht 20 m² in der prallen Sonne fristeten und darauf warteten, dass mitleidige Touristen für ihre Fütterung bezahlen würden. Ähnliches erlebten wir dann nochmal im Süden der Insel, mit dem Unterschied, dass es sich hierbei um ausgewachsene Elefanten handelte. Ziemlich schockiert und nachdenklich gestimmt, setzten wir unseren Ausflug in den Dschungel fort. Dort wartete die zweite niederschmetternde Tatsache auf uns. Achtlos in den Wald geworfene Plasteflaschen. Das Müllproblem in Thailand ist gravierend. In jeder denkbaren Ecke (Straßengraben, Straßenrand, Wald, Grundstück, Strand) findet man hier Berge von Müll, die sich so langsam in das Landschaftsbild einfügen. Wenn man dann in den Dschungel geht, um in der Natur zu sein und sich an dem Grün der Wälder sattsehen möchte und stattdessen auf einen riesigen Berg weggeworfene oder gelagerten Plastemüll trifft, ja spätestens dann sollte man den asiatischen Billigtourismus in Frage stellen. Hier hatte ich den Punkt erreicht, dass ich den Hype um Asien nicht mehr verstand. Jeder erzählt, wie schön es hier doch ist, die Strände, die Wälder, das Meer etc. aber wer hat bisher erwähnt, dass förmlich die ganze Landschaft im Müll erstickt, die Luft vor Abgasen nur so stinkt, und das Meer teilweise schwarz von all den Dieselmotoren und Abwässern ist (und Touristen dennoch darin baden, als hätten sie Scheuklappen auf). Nein, tut mir leid, ich kann der Masse hier einfach nicht folgen, und ich kann deswegen auch nicht in den allerhöchsten Tönen von Asien schwärmen. Hier muss sich eindeutig etwas ändern. Ähnliches wie in Thailand hatte ich ja bereits in Sri Lanka gesehen und langsam steigt Frustration in mir hoch. Ich werde mir zwar noch ein paar andere Ecken in Asien ansehen, aber ich habe eine wage Vermutung was mich dort erwarten wird.

Am Abend ließen wir uns von einem TukTuk zu einem Jahrmarkt bringen. Hier gab es wieder Fressbuden ohne Ende, eine Achterbahn, Schießbuden und Livemusik. Wir tranken Cocktails und stellten Überlegungen an, wo wir anschließend noch in Toms Geburtstag reinfeiern konnten. Schließlich strandeten wir in einer Karaokebar. Nein wir haben nicht gesungen. Es war nur die einzige Option, da nichts anderes mehr offen war.

Am nächsten Tag hatten wir alle einen Kater. Umso mehr freuten wir uns auf ein reichhaltiges Frühstück. Eine schöne Location hatten wir dazu gefunden, kleine Hütten mit Blick auf das blaue Meer. Aber dann schlug wieder die Wahrheitskeule zu: Erst war der Generator kaputt, so dass uns erst einmal nur Fruchtshakes gemacht werden konnten, dann hieß es, dass das Trinkwasser alle ist. Wir erhielten dann irgendwann unser Frühstück, was soweit ganz essbar aussah, aber als der erste sein Toast mit Butter bestreichen wollte, stellten wir fest, dass diese verschimmelt bzw. ranzig war. Nach Beendigung dieses Mahls, war es fast allen von uns ziemlich mulmig und mir war schlecht. Wir fuhren in eine andere Strandbar, wo ich mir eine Reissuppe bestellte. Dennoch wurde ich den ganzen Tag dieses flaue Gefühl im Magen nicht los. Wir waren an diesem Tag ziemlich kaputt. Die Hitze, der Kater und das merkwürde Essen machten uns allen zu schaffen. So wechselten wir nur zwischen 2 Stränden hin und her und versuchten uns zu entspannen. Abends fielen wir dann auch todmüde ins Bett.

Ein Sammeltaxi holte uns am nächsten Morgen ab, um uns zurück nach Ao Nang zu bringen. Wir waren anschließend fast 4 Stunden unterwegs und landeten schließlich wieder in unserem Hostel. Wir buchten für den nächsten Tag eine Inseltour mit dem Longtailboot. Leider konnten dann letztendlich nur 2 von uns teilnehmen. Die anderen hatte es wegen Magenverstimmung bzw. Übelkeit entschärft.

Die Inseltour war für die beiden ganz erfolgreich. Es war eine Schnorcheltour inbegriffen, die Besichtigung von Hong Island und andere traumhafte Buchten und Strände.

In der folgenden Nacht ging es für unsere beiden Besucher zurück nach Krabi und von dort mit dem Flieger weiter nach Deutschland. Wir hoffen, es hat den beiden gefallen. Wir haben uns jedenfalls sehr über den Besuch und die Gesellschaft gefreut.

Tom und ich genossen den letzten Tag in Ao Nang, ließen uns mit dem Longtailbott nochmal zum Tonsai Beach fahren, genossen die Sonne, wanderten bei Ebbe zum Railay Beach und schauten uns dort den Sonnenuntergang an. Ein schöner Abschluss für eine gute Zeit in Thailand.

Von Krabi fuhr am nächsten Tag der Bus nach Surathani und von dort der Nachtzug nach Bangkok. Wir mieteten uns nochmal eine Nacht im Green House Hostel in der Nachbarstraße der Khao San Road ein. Ein letztes Mal ließen wir das Flair der Stadt auf uns wirken und ließen uns von den Menschenmassen in der Khao San mitziehen.

Ich habe einem Urlaub oder einer Reise in Asien immer sehr skeptisch gegenübergestanden und ich muss sagen, ganz unbegründet war das nicht. Dennoch bin ich froh, diese Erfahrungen gemacht und mich auf die Erlebnisse eingelassen zu haben. Aber mein Verlangen nach sauberer klarer Luft, nach gewohntem Essen und westlichen Gepflogenheiten war am Ende dieser 6 Wochen immens und ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich mich auf Neuseeland freute. Ich brauchte eine Pause von all den asiatischen Eindrücken und das merkte man mir wahrscheinlich auch an….

Süden, wir kommen!

4 Tage in Krabi und Ao Nang

11.2.-14.2.18

Um in den Süden zu gelangen, ging für uns kein Weg an Bangkok vorbei. Mit dem Bus kamen wir früh in der Stadt an und unser Nachtzug sollte erst abends fahren. Nun standen wir vor 2 Herausforderungen, den Tag irgendwie in Bangkok rumkriegen und uns wieder an die schwüle Hitze gewöhnen. Denn im Norden ist es doch immer wieder recht frisch geworden, so dass unsere Körper sich fast schon wieder an europäisches Wetter gewöhnt hatten. Um ein bisschen Armfreiheit zu erlangen, haben wir unser Gepäck zur Verwahrung am Bahnhof abgegeben. Danach ließen wir uns einfach treiben, schlenderten durch Chinatown und die umliegenden Gassen und schnell war es 17 Uhr und unser Nachtzug nach Surathani stand bereit.

Diesmal hatte wir ein Doppelstockbett gebucht, und das war wesentlich angenehmer als bei der letzten Tour. Im unteren Bett hat man nämlich ein Fenster, im oberen nicht. Und so teilten wir uns einfach das untere Bett und lagerten unser Gepäck auf dem Oberen. Eine Nachtzugfahrt ist trotzdem nicht mit einem Kuraufenthalt zu vergleichen und dementsprechend müde kamen wir am nächsten Morgen und einer anschließenden Busfahrt in Krabi an. Leider konnten wir nicht gleich unser Hostelzimmer beziehen, so dass wir noch ein bisschen Zeit totschlagen mussten. Frühstücken und am Pier entlanglaufen, mehr war für uns nicht drin. Wir waren mehr als froh, als es endlich 14 Uhr war und eine Dusche auf uns wartete.

Abends schlenderten wir wieder über den obligatorischen Nachtmarkt und diesmal machten wir auch spontan Halt an einem Massagesalon. Die Thaimassage brachte unsere Gelenke ordentlich zum Krachen und dehnte jede Faser unserer Körper. Das war schon ein richtig tolles Gefühl. So erholt läuteten wir den letzten Teil unseres Thailandaufenthaltes ein: Sonne, Palmen, Strand und Meer.

Mit dem Pick Up (songthaew) gelangten wir am nächsten Tag nach Ao Nang.

Nach einem schnellen Mittagsimbiss schnappten wir uns auch gleich einen Mietroller und gondelten ein bisschen die Umgebung ab. Abends fuhren wir mit dem Teil 30 km bis zum Flughafen Krabi, denn dort trudelten zwei Freunde von uns aus Deutschland ein.  Eine Woche wollten wir gemeinsam verbringen und den beiden die deutsche Winterblässe austreiben.

Die nächsten Tage verbrachten wir vor allem mit sehr viel Bier, sehr viel Strand und sehr viel laufen und schwitzen. Tonsai Beach, Railay Beach und Phra Nang Beach mit Höhle statteten wir in dieser Zeit einen Besuch ab. Ein Highlight war eine steile Kletterpartie an Seilen und über glitschige Felsen hinauf zu einem Lookout über Railay Beach.