Endlich in Neuseeland

Wer sich erinnert, der weiß, dass wir zu Beginn unseres Reiseabenteuer eigentlich noch vor hatten, Neuseeland für ein halbes Jahr mit einem Work-and-Holiday-Visum zu bereisen und zu arbeiten. Da wir aber aufgrund der geleisteten Farmarbeit in Australien, ein 2. Visum bekommen konnten, haben wir unsere Neuseelandpläne erstmal über Bord geworfen. In Australien, so stellten wir uns das zumindest vor, lässt es sich besser Geld verdienen als bei den Kiwis.

Unsere Reisepläe änderten sich und wir entschieden folgendes: Neuseeland sollte für einen Familienurlaub herhalten. Das hatten wir uns letztes Jahr im Juni überlegt, und nach einigem Hin und Her mit Toms Eltern + Schwester und Schwager mütterlicherseits, stand die Entscheidung dann fest. Wir 6 werden uns im Februar auf der Nordinsel treffen, wir werden uns 3 Camper (2 große und 1 kleinen) mieten, wir werden die Reise in Auckland starten und in Christchurch beenden d.h. wir werden die Nord- und die Südinsel abklappern und schauen wie weit wir kommen, denn viele Wege führen nach Christchurch. Im Dezember haben wir uns dann einen Plan gemacht, was wir sehen wollen, haben den Reiseneulingen Tipps zu Flügen und Reisen im Camper gegeben und uns voller Vorfreude zu unserem nächsten Reiseabentuer – Asien – aufgemacht.Wir haben uns im Januar Sri Lanka angeschaut und dann Thailand, und schon war die Zeit um und der Familienurlaub in Neuseeland stand vor der Tür:

Lange Rede kurzer Sinn, nun will ich zumindest mal starten und von der ersten Zeit in Neuseeland berichten:

 

23.02.-01.03.

Beinahe wäre alles schief gegangen. Fast hätten wir in Bangkok bleiben müssen. Und alles nur weil wir vergessen haben, einen Weiterflug von Neuseeland aus zu buchen. Alles was wir am Check-In in Bangkok vorweisen konnten, war unser Hinflug, und alles was wir wollten war ein Touristenvisum für 3 Monate. Aber dafür brauchten wir zwingend einen Weiterflug. Das Problem war, wir waren für den Check-In verdammt spät dran, weil unser Taxi sich im Berufsverkehr verspätet hatte und wir standen schon am Schalter und mussten mit dem Smartphone noch einen Flug finden und buchen. Irgendwann hatten wir es doch geschafft und die Dame nahm unser Gepäck entgegen und ließ uns durch. Aber schon standen wir vor der nächsten Problematik: Wir hatten unser Visum für Thailand um einen Tag überschritten. Strafende Blicke des Grenzbeamten trafen uns, wir hatten Angst, eine Strafgebühr zahlen zu müssen. Aber schließlich war auch er milde gestimmt und ließ uns ziehen. Und wir rannten förmlich zu unserem Gate aber dort war alles noch im grünen Bereich und wir konnten nach einer kurzen Verschnaufpause in unseren Flieger nach Sydney steigen und unsere Reise nach Neuseeland antreten.

 

In Auckland verbrachten wir letztendlich eine ganze Woche. Wir nahmen uns Zeit uns an das etwas gemäßigtere Klima zu gewöhnen, erkundeten Auckland per Bahn und Fähre, besuchten die wunderschöne Waiheke Island, holten unsere Familie vom Flughafen ab, gönnten ihnen den verdienten Erholungsschlaf zur Überwindung des Jetlags, ließen uns von einem Sightseeing-Bus durch die Stadt kutschieren und holten schließlich und endlich unsere Camper von der Autovermietung ab. Danach konnte unser Abenteuer starten.

 

Empfehlungen:

Waiheke-Island mit der Fähre besuchen,  genügend Zeit einplanen, da Fährticket nicht ganz billig (ca. 38 NZD)

Euro-Camper Auckland, freundliches unter Umständen auch deutschsprechendes Personal, Camper in gutem Zustand, mit allem was man braucht

 

 

Für die Nordinsel hatten wir nun noch genau 8 Tage Zeit  und große Pläne. Die größte Frage war, ob wir das Tongariro Alpine Crossing wohl schaffen werden?

Der erste Weg mit den Campern führte uns in ein Shopping-Center, damit wir uns für die kommenden Tage kulinarisch eindecken konnten. Der zweite Weg führte im nachmittäglichen Berufsverkehr aus der Stadt heraus und zum nächstgelegenen Freecamp. Dort erholten sich die Neuankömmlinge von ihrer ersten Linksverkehr-Erfahrung und wir bereiteten uns seelisch-und moralisch auf die nächsten Tage vor.

 

02.03.-03.03.

Die erste Pazifikbegegnung hatten unsere Reisebegleiter dann am Hot Water Beach auf der Coromandel-Halbinsel. Dieser Strand trägt nicht umsonst diesen Namen, denn hier gibt es heiße Quellen, die es auszubuddeln galt. Als wir mit einem Spaten bewaffnet am Strand ankamen, stellten wir allerdings fest, dass wir eigentlich das Buddeln vergessen konnten. Zahlreiche Heißwasserfanatiker hatten schon ihr Glück versucht und mehr oder weniger erfolgreich Löcher gebuddelt, in die nun heißes und im besten Falle auch ein wenig kaltes Wasser floss, so dass man sich ohne einen roten Pavianhintern zu bekommen, hineinsetzen und relaxen konnte. Die Fleischbeschauung nahm gar kein Ende, also lehnten wir uns in der warmen Brühe entspannt zurück und schauten der Völkeransammlung zu.

Von unserer nächsten Station hat bestimmt jeder schon einmal ein Foto im WWW gesehen, es gehört zu den meist besuchten Plätzen Neuseelands und bietet malerische Ausblicke und eine wunderschöne Kulisse mit Höhlen und Felsen aus Kalksandstein. Die Rede ist von der Cathedral Cove, eine Bucht nördlich vom Örtchen Hahei gelegen. Wir machten uns vom Örtchen Hahei aus zu Fuß auf den Weg zu der recht kleinen Bucht. Schwierig gestaltet sich dann das Fotografieren am Zielort, da man kaum ein menschenleeres Panorama aufnehmen konnte. Vielleicht hat man mehr Glück, wenn man sich wirklich früh genug auf den Weg macht, und schon am Strand steht, wenn sich alle anderen Touristen noch auf Parkplatzsuche befinden.

Trotz allem waren wir sehr zufrieden über unseren Ausflug, vor allem waren wir glücklich über das schöne Wetter.

 

Empfehlung:

Die heißen Quellen am Hot Water Beach kann man nur während der Ebbe besuchen. Die entsprechenden Zeiten sind im Internet abrufbar.

Top 10 Holidaypark Hot Water Beach, schön angelegter, grüner Campingplatz

Cathedral Cove, 45-minütige Wanderung nicht unterschätzen, der frühe Vogel fängt den Wurm

 

 

Unsere geräumigen Häuser auf Rädern brachten uns nun in Richtung Süden. Bevor wir unseren Stellplatz für die Nacht aufsuchten, ging es aber nochmal hoch hinaus. Wir erklommen den Weg zu den mit 153 m höchsten Wasserfällen der neuseeländischen Nordinsel – den Wairere Falls. Ok, das ist zum Teil nicht ganz richtig, wir stiegen tatsächlich nur bis zum ersten Lookout auf halber Höhe hinauf. Und das war schon anstrengend genug.

 

 

Wir befanden uns zwar jetzt in der Gegend in der auch Hobbiton – das Filmset aus Herr der Ringe – liegt, aber da nur wir 2 etwas mit den Kulissen aus Mittelerde anzufangen wussten, hatten wir uns gegen einen Besuch entschieden. Wir wollten ja unsere Reisebegleiter nicht langweilen. Unser nächster Programmpunkt war daher etwas völlig anderes. Wir sollten es mit geothermischen Aktivitäten und viel …. Geruch zu tun bekommen.

 

04.03.

In Rotorua angekommen, suchten wir uns zunächst einen Parkplatz am Ufer des gleichnamigen Sees und nahmen dort unser Frühstück ein. Ein leichter Geruch nach fauligen Eier war hier schon wahrnehmbar. Außerdem stiegen überall um uns herum, zum Beispiel in einigen Vorgärten der Anwohner, Dampf auf – ein Zeichen dafür, dass hier ordentlich was los ist unter unseren Füßen. Rotorua liegt direkt auf dem pazifischen Feuerring – ein Vulkangürtel, der den Pazifik von drei Seiten umgibt und außerdem für Erdbeben und Tsunamis verantwortlich ist, und deswegen findet man in der Stadt und der Gegend drumherum zahlreiche heiße Quellen, blubbernde Schlammlöcher, Dampfwolken und sogar Geysire. Selbst als wir durch ein Maori-Dorf mitten in der Stadt wanderten, umwaberten uns Dampfwolken und Schwefelgeruch drang in unsere Nasen. Noch mehr davon sahen wir dann später im (kostenlosen) Thermalreservat u.a. auch dampfende, heiße Seen, die zuvor erwähnten blubbernden Schlammlöcher und warme Thermalfußbäder. Nach diesen ganzen geothermischen Eindrücken, war uns der Schwefelgeruch schon zu Kopf gestiegen. Besonders angenehm war es nämlich nicht. Also machten wir uns auf einen laaaaangen Spaziergang in den nahegelegenen Redwoods-Forest. Ganz klein fühlten wir uns zwischen den kerzengerade in den Himmel ragenden Baumriesen. Im Schatten dieser kalifornischen Redwoods erholten sich auch unsere Riechorgane, denn hier atmeten wir frischen Waldduft ein. Nachdem wir eine riesige Gruppe Kinder hinter uns gelassen hatten, fanden wir auch endlich die Ruhe, die wir zwischen grünen Riesenfarnen und Riesenbäumen gesucht hatten.

Trotz der zwischenzeitlichen Nasenerholung, hielten wir es nicht länger in der Stadt aus. Der Geruch war einfach zu intensiv. Also nahmen wir wieder in unseren Campern Platz und brausten weiter Richtung Süden.

 

Empfehlung:

Redwoodfores Rotorua – Oase der Ruhe und der frischen Luft, wenn man von geothermischen Geblubber und Gestank in Rotorua genug hat (Eintritt frei aber kostenpflichtiger Treewalk)

 

05.03.

Den nächsten Tag begannen wir mit der Besichtigung der Huka Falls, nördlich der Stadt Taupo. Hier bestaunten wir gewaltige Wassermassen, die sich durch einen nur wenige Meter breiten Canyon zwängen und sich kaskadenartig in die Tiefe stürzen. Der letzte der Wasserfälle ist zwar nur 11 m hoch, allerdings beeindruckt hier vielmehr die Geschwindigkeit, mit der das Wasser durch den engen Kanal rauscht und dann die Stufe hinunterschießt. Unglaubliche 220.000 Liter Wasser pro Sekunde jagen hier durch. Von einer Fußgängerbrücke aus kamen wir nah an das Geschehen heran, konnten sogar ein Jeboot beobachten, was unterhalb des Wasserfalls seine Kreise zog und sich scharf in die Kurven legte, was die Touristen an Board zum Kreischen brachte.

Unser nächster Halt lag dann nur wenige Kilometer entfernt. Wir wollten uns endlich mal wieder in ein (besonderes) Badevergnügen stürzen. Und da wir in Neuseeland waren, kann eine heiße Quelle bekanntlich nie weit entfernt sein. Am Fluß Waikato gibt es mehrere Stellen an der sich eiskaltes Flußwasser mit mollig warmen Quellwasser aus einem  der Zuflüsse mischt und einen natürlichen Pool bildet. Wir hatten uns eine davon ausgesucht. An diesem wunderschönen Fleckchen Erde kann man völlig kostenfrei baden und relaxen. Den Tipp hatten wir übrigens von Alex, unserem französischen Kollegen von der letzten Farm, bekommen. Er selbst hatte bereits vor ein paar Jahren ein Work-and-Holiday-Jahr in Neuseeland verbracht und kannte sich daher bestens aus. Er hatte uns damals auf der Farm in einem mehrstündigen Vortrag, zahllose Tipps für Neuseeland mit auf den Weg gegeben, die wir dankbar entgegen genommen haben, aber denen wir leider aus Zeitmangel nur ansatzweise nachgehen konnten.

Im Städtchen Taupo suchten wir dann noch das Informationszentrum auf. Wir wollten uns über die Wetterlage am Tongarirocrossing erkunden und Tipps zur Wanderung einholen. Hier kann ich folgende Empfehlung aussprechen, am besten man sucht sich bereits im Vorfeld alle Informationen über die 20 km-Wanderung in Reiseführern, Blogs und im Internet zusammen, denn der Inforamtionsfluss des Mitarbeiters im Touristenzentrum war eher zäh. Außer die Einschätzung über das Wetter und die entsprechende Empfehlung, die Wanderung so früh wie möglich zu beginnen und bis 14/15 Uhr beendet zu haben, da gegen Mittag Gewitter aufziehen könnten, erhielten wir leider nicht allzu viele Tipps. Über die Wanderung selbst werde ich im nächsten Blogbeitrag berichten.

 

Habt Dank für eure Aufmerksamkeit und bleibt dranZwinkerndes Smiley

 

 

Fakten über Neuseeland:

Neuseeland liegt 18.364 km von Deutschland entfernt. Mit dem Flugzeug ist man ungefähr 22 Stunden unterwegs um dort hin zu gelangen.

In Neuseeland leben nur knapp 4,5 Mio Einwohner auf einer Fläche von 269.652 km².

Es gibt in Neuseeland von Natur aus keine Säugetiere. Erst durch die britische Kolonialisierung wurde Wild, Ratten, Wiesel, Hunde und Katzen und andere eingebürgert, die die einheimischen, flugunfähigen Vögel, wie den Kiwi, mittlerweile stark zurückgedrängt und dezimiert haben.

In Neuseeland findet man die steilste Straße der Welt. Sie befindet sich in Dunedin im Osten der Südinsel. Für uns war die steilste Straße eine, die wir in Auckland von der Bushaltestelle zum Hostel mit dem Backpack auf dem Rücken gelaufen sind.

In Neuseeland gibt es kein einziges Atomkraftwerk.

Auckland ist nicht die Hauptstadt Neuseelands, sondern das ist Wellington. Auckland hat aber 6 mal so viele Einwohner wie die Hauptstadt.

 

Quellen:

lykkew.jimdo.com

lovingnewzealand.com

jww.de

kiwiquest.de

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