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Geduldsprobe Gibb River Road (Teil 1)

Die Gibb River Road zu befahren, ist Toms Traum gewesen, seit dem wir uns mit dem Thema Australien beschäftigt haben. Wegen dieser und natürlich aller anderen 4WD-Strecken, haben wir uns ja auch unseren “Panzer” zugelegt. Und so haben wir quasi im letzten Monat darauf hingearbeitet, diese Outbackpiste in der Kimberley zu befahren.

Fakten vorweg:

  • Lage:

Kimberley, WA, zwischen Derby und Kununurra

  • Geschichte:

1960 als Beef Road angelegt um Schlachtvieh von entlegenen Farmen der Kimberleyregion nach Derby zu transportieren, die namensgebende Gibb River Station liegt ungefähr in der Mitte der Strecke

  • Straßenbeschaffenheit

steinig, sandig, schottrig, Schlaglöcher, Flussdurchquerungen, typisch ist Ausbildung von Corrugations (Waschbrettpiste), Teilabschnitte sind asphaltiert (Steigungen, und Anfang und Ende der Strecke)

Mai-Okt (Trockenzeit) größtenteils befahrbar mit 2WD

Nov-Apr (Regenzeit) zeitweise überflutet und gesperrt

Länge:

die reine Gibb ist rund 660 km lang

  • Alternativen:

Great Northern Highway, bedeutet aber ca. 400 km Umweg

  • Hauptattraktionen entlang der Strecke:

Windjana Gorge (erreichbar mit 2WD)

(Tunnel Creek)

Lennard River Gorge (erreichbar mit 4WD)

Bell Greek Gorge (erreichbar mit 4WD)

Galvans Gorge (erreichbar mit 4WD)

Manning River Gorge (erreichbar mit 2WD)

Barnett River Gorge (erreichbar mit 4WD)

Emma Gorge (erreichbar mit 2WD)

(El Questro Wilderness Park)

 

Unsere Story:

Nachdem wir uns in Broome mit Vorräten eingedeckt und uns seelisch und moralisch vorbereitet hatten, war es endlich soweit. Wir beschritten bzw. befuhren den Weg zur Gibb River Road. Dabei kamen wir zunächst durch Derby, welches als westlicher Zugangspunkt zu der ehemaligen Beef Road bekannt ist. Von dort aus startete unser Abenteuer. Wir meldeten uns schnell noch via WhatsApp bei unseren Familien und Freunden ab, denn eines war klar: für den kommenden Zeitraum von rund 2 Wochen würden wir keinerlei Mobilfunkempfang, geschweige denn Internetempfang, haben. Und dann stürzten wir uns in das Vergnügen. Gleich am Eingang schossen wir ein Foto vom Straßenschild “Gibb River Road”. In den entsprechenden Kreisen ist dieses Foto sehr bekannt und ein absolutes Muss, man will ja am Ende schließlich auch einen kleinen Nachweis über die erbrachte Leistung haben. Leider steht, das nehmen wir hier mal vorweg, nämlich niemand am anderen Ende der Straße, um einem die Hand zu schütteln und zu gratulieren. Wir finden, das wäre mal eine Investition wert. Die Australier haben ja sowieso einen kleinen Faible für “sinnlose” Jobs: wir sagen nur, anstelle von Ampeln setzen sie an Baustellen Leute ein, die “Stop” an “Slow”-Schilder hochhalten und drehen. Was die verdienen, lassen wir mal ganz außen vor. Also warum nicht ein paar Gratulanten an beiden Enden der Gibb??? Zwinkerndes Smiley

Aber lassen wir das Geplauder. Zurück zum Wesentlichen: Die Gibb River startete eher unspektakulär asphaltiert. Ca. 80 km ging es relativ unaufgeregt durch noch unaufgeregtere Landschaft. Boab-Bäume, Eukalyptusbäume und Spinifexgras, dazwischen schon mal die ein oder andere Rinderherde (die Rinder mit dem riesigen Buckel), mehr gab es erst mal nicht zu sehen. Das sich dies im wesentlichen auch nicht ändern wird, ahnten wir ebenfalls. Dann wurde die Piste plötzlich schottrig und sandig. Das war für uns das Zeichen, den Reifendruck auf ca. 28 psi abzulassen. Was sich dann der Erbauer der Straße allerdings dabei gedacht hat, nach wenigen Kilometern wieder ein Stück Straße zu asphaltieren, ist uns nicht ganz klar gewesen. Dort hatten wir nur ein bisschen Sorge um unsere Reifen. Aber sei’s drum.

Der Handyempfang hatte sich bereits nach ca. 40 km verbschiedet. Wir waren also sehr froh, dass wir uns frühzeitig bei unseren Lieben abgemeldet hatten.

Nach 119 km kommt der erste und einzige Abzweig in südliche Richtung zum Great Northern Hwy. Dies ist gleichzeitig die Zufahrtsstraße zur Windjana Gorge und zum Tunnel Greek in einem der insgesamt drei Devonian Reef Nationalparks. Wie es der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um ein Riff, genauer gesagt eine Art westliches Great Barrier Reef. Wenn man der Straße folgt, sieht man irgendwann in dem ansonsten sehr flachen Gelände eine steile Felsformationen aufragen. Wir waren zunächst etwas verwundert, was das darstellt. Wir bezogen Quartier auf dem Nationalparkcampingplatz und wanderten dann am späten Nachmittag zur Windjana Gorge, deren Zugang nur ca. 100 m entfernt lag. Auf den angebrachten Tafeln erlangten wir dann endlich Gewissheit, dass es sich bei der Felswand um ein 350 Millionen Jahre altes Riff handelt. Davon waren wir ziemlich beeindruckt, noch mehr beeindrucken ließen wir uns dann allerdings von den nächsten Hinweisschildern, die vor Krokodilen in der Gorge warnten. Ok, es handelte sich hierbei “ nur” um Freshies, aber ganz ehrlich, Croc ist Croc, oder? Gespannt marschierten wir also los und versuchten gleich im Fluss ein paar Exemplare zu erspähen. Aber so schnell geht das dann doch nicht. Also nur die Ruhe und weiterlaufen. Der Wanderweg schlängelte sich zwischen den Felsen und einem Wasserlauf entlang bis wir zu einer riesigen Sand bzw. Kiesbank gelangten. Durch eine Gruppe Adventuretourbustouristen wurden wir dann auch schon auf ein am Ufer liegendes Croc aufmerksam gemacht. Und das war es, unser erstes freilebendes Freshie!! Im Wasser waren noch ein paar mehr unterwegs, aber wir waren so glücklich eines entspannt im Sand liegend gesehen zu haben.

Nach und nach setzte dann auch schon der Sonnenuntergang ein und färbte die Felsen in ein knalliges Rot. Das war unser Zeichen, langsam zum Campingplatz zurückzukehren. Dunkel wurde es nämlich wie gehabt gegen ca. 18 Uhr.

Den nächsten Vormittag verbrachten wir im Tunnel Creek. Dort erzählte uns bereits am Eingang ein netter Herr, dass er ungefähr 10 Freshies gesehen hätte. Wir grinsten. Aber im nächsten Moment verging uns das und uns wurde doch etwas mulmig zumute. Wenn man in den Tunnel Creek hinein will, muss man schon erste Kletterkünste unter Beweis stellen. Dann landet man in einer riesigen Höhle und der Weg führt direkt ins Dunkle hinein. Wir mussten, um auf die andere Seite des Berges zu gelangen, durch gruselige Finsternis laufen, durch teilweise knie- bzw. schenkeltiefes Wasser waten, sahen, wenn wir mit unseren Kopflampen leuchteten, die gelben Augen der Krokodile, die an den Felswänden saßen oder auch im Wasser schwammen, aufblitzen, erspähten zahlreiche Fledermäuse an der Decke hängend, sahen Tropfsteine und hofften immer wieder, dass wir nicht aus Versehen auf ein Krokodil treten. Es war also eine aufregende Sache und wir freuten uns schon auf den Rückweg. Am Ende des Tunnels wartete aber erst Mal ein kleiner Tümpel in tropischer Atmosphäre auf uns, in dem wir ein paar Fische beobachten konnten. Wir ruhten uns kurz aus und machten uns dann auf den Rückweg durch den geheimnisvollen Tunnel.

Letztendlich haben wir 4 oder 5 Crocs gesehen, wir stellten uns nur die Frage, wo waren die restlichen 5???? Nein Spass beiseite, die Freshies sind im Vergleich zu den großen Salzwasserkrokodilen friedliche und schützenswerte Zeitgenossen, so lange man sie auch in Ruhe lässt. Ansonsten können sie ebenfalls arg bissig reagieren und man kann schonmal eine Hand oder einen Fuß einbüßen.

Wenn man von der Hitze des Nordens genug hat und ein bisschen abenteuerlustig ist, dann ist der Gang durch den Tunnel Creek absolut empfehlenswert. Auch die Windjana Gorge ist beeindruckend und der nahegelegene Campingplatz bietet für 15 $ sogar Duschen, Toiletten (mit Wasserspülung!) und Trinkwasser!

 

Gleicher Luxus erwartete uns dann am Abend auf dem Campground Silent Grove. Auf dem Weg dahin mussten wir durch einige kleine Flüsschen und ein ziemliches Matschloch fahren. Diese Strecke ist also keinesfalls für normale PKW gedacht. Selbst wir hatten Pech und büßten letztendlich einen Reifen und eine Felge ein. Das lag allerdings nicht an den Wasserdurchfahrten sondern an einem der großen Bruchsteine, die immer am Wegrand und teilweise auch auf der Straße liegen. Wenn man da mal einen blöd erwischt, dann war es das mit dem Reifen.

Nicht mehr so happy rollten wir dann zum Campground, bezahlten und richteten uns häuslich ein. Doch lange hielt die schlechte Laune nicht an, mit einem kühlen Bier lässt man sich ja immer gern besänftigen.

Zur Bell Gorge fuhren wir dann erst früh am nächsten Morgen, und wir waren tatsächlich fast die Ersten an diesem Tag. Nach einer kurzen Wanderung über Felsen und Bäche kamen wir oberhalb von den Wasserfällen raus und konnten einen tollen Ausblick genießen. Dann kletterten wir steil die Felsen hinab, um zu dem großen Pool zu gelangen und Tom sprang auch gleich ins kühle Nass. 

Unseren nächsten Stopp machten wir dann an der nicht weit entfernten Adcock Gorge. Der Weg dorthin bestand eigentlich nur aus Löchern und so ließen wir das Auto irgendwann stehen und liefen die restlichen Meter. Leider war der Wasserfall ausgetrocknet und zum Schwimmen war das Wasserloch auch nicht geeignet, aber es sah sehr idyllisch aus und wir konnten auch Felsmalereien bewundern.

Den nächsten Halt machten wir dann beim einzigen Reifenhändler auf der Gibb dem Over The Range Tyre & Mechanical Repairs. Wir erstanden einen neuen Reifen mit gebrauchter Felge für sage und schreibe 430 $.

Neu ausgestattet und motiviert ging es dann gleich weiter zur nächsten Gorge, der Galvans Gorge, mit Wasserfall und Schwimmloch. Dort drehten wir ein paar Runden im Wasser und sahen auch noch eine große Echse auf einem Stein in der Sonne relaxen.

Unser Nachtlager schlugen wir auf dem Manning Gorge Campground auf, welcher vom Barnett River Roadhouse verwaltet wird. Dort bezahlten wir ca. 25 $ für den Campground und Eintritt zur Schlucht.

Am nächsten Morgen wanderten wir die 3 km bis zur Manning Gorge, und wieder einmal stellten wir fest, dass Gorge nicht gleich Gorge ist. Manchmal siehst du eben nur Wasser was von oben nach unten fällt und manchmal kommst du aus dem Staunen und Schwärmen nicht raus, da haut dich so ein Wasserfall eben komplett um und du denkst du hast das Paradies gefunden. Die Manning Gorge ist, sagen wir mal, ganz ok, aber es gibt eben noch viel Schönere.

Wir verbrachten den halben Vormittag und den frühen Nachmittag mit wandern und relaxen. Dann packten wir zusammen und brachen auf. Ein  furchtbar huckeliger Weg führte uns dann noch zur Barnett River Gorge, welche wir aber nur vom Lookout aus betrachteten. Trotzdem ein nicht zu verachtender An- und Ausblick.

Den Abend ließen wir dann auf dem Hann River Freecamp ausklingen, auf dem wir ganz alleine waren, nur umgeben von einer Herde Rindviehcher.

 

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Broome – Perle Western Australiens

Broome ist in erster Linie bekannt als Hauptstadt der Perlenfischerei. Für alle Perlenliebhaber unter euch gäbe es in Broome ein paar Anlaufstellen wie Museen oder die Perlenfarm. Wir persönlich haben uns mit diesem Thema aber nicht weiter beschäftigt. Uns ging es erst einmal darum, die kleine Stadt und die Strände ein bisschen zu erkunden und so können wir folgendes festhalten:

Die Stadt an sich IST definitiv eine kleine Oase. Wenn man kilometerlangen staubigen Highway auf sich nimmt, um das Land zu erkunden und dann in Broome landet, dann findet man einen grünen und relaxten Ort vor, der zum Verweilen einlädt. Attraktionen bietet Broome außerdem reichlich, Unterkünfte vom luxuriösen Spa-Hotel über Hostels bis zum einfachen Campingplatz findet man ebenfalls. Es ist alles ein bisschen touristisch angehaucht, wirkte aber auf uns nicht zu überladen. Wir ergatterten auf dem MCG-Campingplatz einen Spot für 15 $ (!) pro Nase und pro Nacht und das gar nicht weit vom Meer entfernt – damit waren wir vollauf zufrieden.

Gleich am ersten Nachmittag in Broome besuchten wir den Gantheaume Point.  Es handelt sich dabei um malerische rote, zerklüftete Klippen am Meer, im Süden der Stadt. Dazwischen findet man, wenn man genau schaut, Fußabdrücke von Dinosauriern. Bei der Suche waren wir tatsächlich erfolgreich, denn wir waren glücklicherweise zur rechten Zeit gekommen. Die Ebbe hatte gerade ihren Tiefstand erreicht und wir konnten fast alle Abdrücke erspähen. Anschließend fuhren wir ein kleines Stückchen weiter südlich in Richtung des Reddell Beaches, um auf den Sonnenuntergang zu warten.

Da wir eine “Unterkunft” hatten, konnten wir am 2. Tag unser Auto getrost zum Mechaniker bringen, um die vordere linke Antriebswellendichtung reparieren zu lassen. Außerdem bestückten wir unser Auto mit 2 neuen Hinterreifen, da wir ja auf dem Hinweg leider einen eingebüßt hatten und sie sowieso nicht mehr die besten waren. Während das Auto in der Werkstatt stand, erkundeten wir Broome bei 35°C zu Fuß. Wir liefen zunächst am Strand entlang zum Visitorcenter, um eine Kameltour für den nächsten Abend zu buchen. Danach gönnten wir uns Lunch und ein Biertasting in der Matso’s Broome Brewery. Den Burger und das Mangobier können wir echt weiterempfehlen – wir gönnten uns vom kühlen Nass zu zweit gleich ein ganzes Jug (ca. 1l). Leicht angetüdelt, liefen wir zurück zum Campingplatz, wo unsere Wäsche noch trocknete und abgenommen werden musste. Die Organisation der Laundry ist nämlich immer so eine Sache. Wir haben es schon einmal so handhaben müssen, alle unsere Sachen im Waschbecken einer öffentlichen Toilette mit der Hand waschen zu müssen – das ist kein Spaß!

Danach rief auch schon die Werkstatt an und wir konnten unseren Friedrich wieder abholen. Da wir noch gut in der Zeit lagen, fuhren wir auch gleich zum Malcolm Douglas Wildlife Park, um die Fütterung der Krokodile um 15 Uhr nicht zu verpassen. Bei der Führung sahen wir den Salties (Salzwasserkrokodile), Freshies (Süßwasserkrokodile) und amerikanischen Alligatoren beim Speisen zu. Ein Highlight war, dass wir ein kleines Krokodil in der Hand halten konnten (dem war natürlich die Gusche mit Tape zugebunden). Anschließend konnten wir noch ein bisschen durch den Park schlendern und auch die anderen Tiere, unter anderem ein rotes Riesenkänguru, einen Dingo, pullernde und stinkende Flughunde und einen Helmkasuar bestaunen. Bei all dem haben wir gar nicht  mehr dran gedacht, dass dies eigentlich eine KrokodilLEDERfarm ist. Die Leder konnte man in Form von Gürteln, Taschen, etc. im Shop käuflich erwerben. Wir haben dankend verzichtet.

Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns noch eine Pizza bei Domino’s (DIE Fastfood-Kette wenn es um Pizza geht, bei einigen aber auch genau so verpönt wie Macca’s) und kehrten dann zu unserem Campingplatz zurück.

Für den nächsten Tag war das Kamelreiten geplant, darauf freuten wir uns schon die ganze Zeit. Vorher erledigten wir unsere Einkäufe, denn wir mussten uns ja Vorräte zulegen für die Gibb River Road. Den frühen Nachmittag verbrachten wir am  Cable Beach, und waren damit schon einmal an Ort und Stelle für den Ritt in den Sonnenuntergang.

Wir lassen an dieser Stelle einfach mal die Fotos für sich sprechen. Nur drei Worte: Es war fantastisch! (und ist absolut empfehlenswert!)

Im Anschluss des Ausflugs konnten wir ein kostenloses, vom Kamelrittveranstalter gesponsertes, Bier in der Sunset Bar genießen und ließen so den Abend ausklingen.

Für die Nacht hatten wir uns das nächstgelegene Freecamp, 30 km außerhalb der Stadt in der Nähe einer Perlenfarm, ausgesucht. Die Farm selber haben wir nicht besucht, denn die angebotenen Touren waren uns schlichtweg zu teuer.

Da wir von dem wunderbaren Cable Beach einfach nicht genug kriegen konnten, besuchten wir diesen am nächsten Nachmittag nochmals. Man kann nämlich mit seinem 4WD direkt auf dem Strand fahren (Gezeiten beachten!), sich einen tollen Spot aussuchen und dann die im Sonnuntergang vorüberziehenden Kamele bestaunen. Das sind DIE perfekten Fotomotive. Wir wissen gar nicht wie viele Fotos wir geschossen haben, aber glaubt uns, wir waren nicht zu bremsen.

Mit einem herrlichen Sonnenuntergang im Rücken verließen wir Broome und wir sind uns sicher, dass wir auch gerne einmal wiederkommen würden.

Karijini Nationalpark & Tom Price

Nach der ganzen Planscherei und Fahrerei brauchten wir dringend eine kurze Pause. Wir verließen also Exmouth in der Nacht nach einem Dinner am City Beach. “Nachts” bedeutet nach 18 Uhr, aber hier im Westen geht die Sonne auch schon 18.30 Uhr unter und die Dunkelheit setzt demnach sehr zeitig ein. Nachts zu fahren, birgt leider auch immer ein gewisses Risiko, da man jederzeit mit Kängurus, Schafen oder sogar Kühen rechnen muss, die unverhofft die Straße überqueren. Doch im Gegensatz zu Deutschland, haben wir hier eine “Roobar” und sehr helles Halogen/LED Licht am Auto. Außerdem versuchen wir es sonst meistens zu vermeiden in der Nacht zu fahren und nutzen diese Möglichkeit nur sehr selten. Allerdings ist es auch am Abend von den Temperaturen her angenehmer, als in der brütenden Hitze, an die wir uns nun endlich mal gewöhnen müssen/können.

Wir fuhren also rund 200 km und gelangten zu einer 24 h – Restarea. Diese war natürlich schon belagert, wie üblich, aber wir fanden noch ein Plätzchen zum Schlafen. Am nächsten Morgen parkten wir nur um und richteten uns häuslich ein. Es war dringend notwendig unseren “Mess” im Auto aufzuräumen. Wenn man nur im Auto unterwegs ist, schläft, frühstückt und alles wieder zusammenpackt und von A nach B nach C reist, dann wird eben manches einfach achtlos auf die sowieso schon volle Rücksitzbank gekracht. Dort tummeln sich nämlich unsere Klamotten, Waschzeug, Wasser- und Biervorräte, Hüte, Eimer, Seitenzelt und Reiseapotheke. Hinter der Rücksitzbank und in den Seitenräumen vom Kofferraum haben Notmatratze (für eine Nacht im Auto), Campingstühle, Schlafsäcke, Wanderschuhe, Wetsuits und Schnorchelausrüstung ihren Platz. Also manchmal wundern wir uns schon, dass wir uns überhaupt auf den Vordersitzen aufhalten können. Ihr merkt also, was unser armer Friedrich mit seinem 2,8 l Motor alles so quer durch Australien schleppen muss. Wir nutzten die freie Zeit also zum Aufräumen, zum Blogschreiben und natürlich relaxen.

 

 

Am Nachmittag des nächsten Tages gelangten wir schließlich nach Tom Price, eine Mienenstadt am Rande des Karijini NP. Und wieder stand das übliche auf dem Programm, einkaufen, Wasser auffüllen und duschen. Tom entdeckte auf WikiCamps noch einen nahegelegenen Berg, den man bis zum Gipfel befahren konnte (nur mit Allrad). Das war unser Stichwort und los ging es. Und so landeten wir schließlich auf dem Mt. Nameless. Von dort hatte man eine grandiose Aussicht auf das Pilbara Gebirge, die Miene und die Stadt. Der Sonnenuntergang setzte ein und alles war in rotes, nahezu violettes Licht getaucht. Die rostroten Felsen gaben ihr Zutun zu  diesem Schauspiel. Es war wunderschön.

Für den darauffolgenden Tag hatte sich Reiseleiter Tom etwas ganz spezielles ausgedacht: einen 9 km- Marsch auf den Mt. Bruce, zweithöchster Berg Westaustraliens. Das Wetter zeigte sich verhältnismäßig kühl bei vorhergesagten 25°C. Und so stapften wir gegen 11 Uhr los. Der Wanderweg war (mal wieder) Stufe 5, für erfahrene (Busch-)Wanderer und Kletterkünstler. Und das merkten wir auch zeitnah. Wir legten einige Pausen ein und kämpften uns dem Gipfel in gemächlichem Tempo entgegen. Insgesamt überwanden wir nur rund 400 Höhenmeter, es fühlte sich aber an als hätten wir den Mt. Everest bestiegen. Aber jeder Berg entschädigt dich auf dem Gipfel mit einer wundervollen Aussicht, das war auch in diesem Falle so.

Für die gesamte Strecke brauchten wir (nur) 4,5 Stunden, allerdings waren wir anschließend auch nicht mehr zu irgendetwas anderem fähig. Auf einem Buschcamp nahe des nächsten Zieles, richteten wir unser Nachtlager ein.

 

In den nächsten 3 Tagen besichtigten wir nahezu den kompletten Nationalpark. Unser Touriprogramm gestaltete sich wie folgt:

1. Tag:

Hamersley Gorge, kühl und erfrischend bei einem Sprung ins Wasser,

Zelten auf dem Campingplatz des Karijini Eco Retreat,

2. Tag:

Oxers Lookout, mit einem eindrucksvollen Ausblick über die Vereinigung der 4 Gorges,

Weano Gorge, mit einem schönen Wanderweg entlang des Flussbettes auf der einen Seite und einer Klammwanderung teilweise durch Wasser und über glitschige Felsen in die andere Richtung bis zum Handrail Pool,

Hancock Gorge, abenteuerlich bei einer Klammwanderung über den rutschigen Spiderwalk bis zum Kermits Pool,

Joffre Gorge / Joffre Falls, mit einer Kletterpartie über die steilen Felsen hinab zum Becken,

Knox Gorge, beeindruckend mit einem steilen Abstieg und Wanderung bis die Schlucht zu eng wird,

Kalamina Gorge, mit einem kleinen Wasserbecken und Wasserfall,

3. Tag:

Dales Gorge, mit einem Wanderweg entlang des Abhanges, Abstieg zu den Fortescue Falls und einem erfirschenden Bad im wunderschönen Fern Pool und Wanderung stromabwärts zum eiskalten Circular Pool.

Am Nachmittag des 3. Tages verabschiedeten wir uns aus diesem wundervollen und sehenswerten Nationalpark und bekamen als Geschenk einen platten Reifen, den wir dann auf dem Highway wechseln durften.

Den nächsten Zwischenstopp planten wir dann, in Port Hedland vorzunehmen, um dort unseren Reiseproviant wieder aufzustocken und uns fit zu machen für die Weiterfahrt nach Broome. Ein kleines Highlight für uns ereilte uns dann auf dem Rastplatz, als uns dort ein imposanter Bulle besuchte. In der Gegend gibt es nämlich riesige Cattlefarmen. Die Kühe rennen frei herum und werden dann irgendwann per Helikopter, Quad, Motorrad und manchmal sogar noch mit Hilfe von Pferden eingefangen – dieser Vorgang nennt sich Mustering.

 

Korallen, Klippen und Kilometer

Auf dem weiteren Weg nach Norden, kamen wir zunächst durch Carnarvon. Diese Stadt wird im Reiseführer als “netter Zwischenstopp” mit tropisch wirkendem Geschäftsviertel und zum Spazieren einladendem Ufer beschrieben. Also, ganz ehrlich, viel spürten wir davon nicht. Wir hielten also nur an, um einkaufen zu gehen, Wasser aufzufüllen und Friedrich ein bisschen einzuseifen. Mehr gab Carnarvon dann nicht für uns her. Für Backpacker, die Arbeit suchen, soll es aber wohl zur richtigen Jahreszeit in Carnarvon viele Möglichkeiten geben. Denn hier wird reichlich Obst, Gemüse und Wein angebaut. Aber zum Glück haben wir erstmal Zeit für Urlaub.

Weiter ging die Reise….

Wir landeten am nächsten Tag schließlich in dem total überfüllten Coral Bay. Dort beschlossen wir, gleich mal ins Wasser zu springen und unsere noch ungenutzten Schnorchel auszuprobieren. Die Eindrücke waren nicht so bunt wie erwartet dennoch gab es ein paar sehr interessante Dinge, vor allem Fische, zu sehen. Anschließend lungerten wir noch den ganzen Nachmittag am Strand herum, und genossen das fröhliche Nichtstun.

Gegen Abend fuhren wir dann zum nächstgelegenen Free-Camp. Dies war 50 km nördlich von Coral Bay und 50 km südlich von Exmouth gelegen. Wir teilten es mit 1000 anderen Backpackern und ein paar Leuten in ihren Blechcontainern.

Am nächsten Morgen brachen wir in aller Herrgottsfrühe auf, um nicht die letzten im Nationalpark zu sein. Zu dieser Jahreszeit ist der Ningaloo Marine Park Nationalpark heillos überfüllt. Es herrscht Hochsaison für diese Region. DAS hatten wir allerdings vorher nicht bedacht. So hatten wir lediglich die Möglichkeit nach jedem Besuch im Nationalpark zu dem bereits erwähnten Parkplatz zurückzukehren. Andere Campingplätze gab es einfach im Moment nicht. Und wenn man beim Wildcampen erwischt werden würde, droht einem eine Strafe von mindestens 200 $.

In der Region selber sind es in erster Linie natürlich die Strände mit vorgelagerten Riffs, welche die ganzen Touristen anlocken. In Prospekten und Reiseführern bekommt man immer die Empfehlung die Strände “Oyster Stacks”, „Turquoise Bay’’” oder “Lake Side” zu besuchen, da diese schnorchelmäßig erfolgsversprechend sind. Wir klapperten auch alle diese Strände ab. Am meisten empfehlen können wir “Turquoise Bay”, bei dem man sich mit der Strömung entlang des Riffs treiben lassen kann und eine bunte Vielfalt von Fischen und Korallen sieht. Ein weiteres Highlight ist Sandy Bay, ein langgezogener weißer Sandstrand mit türkisblauem Wasser.

Aber das ist nicht alles was die Umgebung zu bieten hat. Wenn man genug hat vom Wasser in den Ohren, kann man im nebenan befindlichen Cape Range Nationalpark auch ein paar kleine aber feine Wanderungen unternehmen.  Dort hat man dann malerische Aussichten auf Berge und die dazwischen liegenden steil abfallenden Schluchten (Gorges) bis hin zum Meer.

Der Ort Exmouth ist sehr touristisch und bietet außer dem Shoppingcenter und kostenlosen Duschen nicht sonderlich viel für Backpacker. Von hier aus kann man zwar auch diverse Schnorchel- und Tauchtouren buchen, aber das spielte für uns erst einmal keine Rolle.

Weil es so viel zu sehen gab, verbrachten wir letztendlich 2 Tage im Nationalpark und nahmen dafür eben das Hin- und Hergefahre zum außerhalb gelegenen Rastplatz in Kauf.

Offroad-Overflow

oder How To Survive Shark Bay

 

Ja er gibt es zu: In der Shark Bay Area herrschten für Tom quasi paradiesische Zustände. Denn, daran gibt es keinen Zweifel, die interessanten Strecken gingen eben NUR mit einem Allrad!!!!

Für mich bedeutete es eigentlich “nur”, mich 3 Tage lang massiv durchschütteln zu lassen (…und mich außerdem -unter Anderem- an den westlichsten Punkt Australiens kutschieren zu lassen) Zwinkerndes Smiley Naja was macht man nicht alles mit, nur um den Herrn mit einem Leuchten in den Augen sehen zu können!

Aber alles von Anfang an:

Nach Kalbarri fuhren wir weitere 200 km bis Hamelin Pool. Dort konnten wir nochmals, ähnlich wie bei den bereits erwähnten Thromboliten in der Nähe von Bunburry, in die Geschichte abtauchen. Hier gab es allerdings noch ältere Lebensformen zu bewundern: Stromatolithen! 

 

 

Weiter ging es bis zum Abzweig nach Steep Point. Nach kurzem internen Beratschlagen und telefonischen Buchens eines Campingplatzes beim Ranger ging es dann los. 50 km befestigte Straße, weitere 50 km Gravelroad mit üblen Corrugations und 50 km Sandpiste. Dafür brauchten wir ungefähr 3 Stunden. Entlohnt wurden wir mit einem netten Plausch mit der Rangerin (die seit 21 Jahren auf dieser Halbinsel wohnt) und ihrem Tip, uns Nor 6 im Sonnenuntergang anzusehen, einem traumhaften Campingspot und 4 äußerst netten australischen Nachbarn, die uns fürs Abendbrot frisch gefangenen Fisch schenkten. Der landete dann natürlich gleich in der Pfanne.

Da wir nur für eine Nacht gezahlt hatten, mussten wir den schönen Platz leider am nächsten Morgen wieder verlassen, aber wir hatten ja noch einige Punkte auf unserer To-Do-List stehen: Zuerst schauten wir uns den westlichsten Punkt Australiens, den Steep Point an. Ein einsames und entlegenes Stückchen Erde, es wirkte wirklich ein bisschen wie das Ende der Welt…. Wir besiegelten unseren Besuch mit einem Eintrag im Visitor’s Book. Anschließend fuhren wir einen kleinen Umweg zu einem kleinem Blowhole, welches wir von weitem betrachten konnten.

Danach ging es 40 km Sandpiste zurück und wir nahmen den Abzweig zum False Entrance, in der Hoffnung dort die großen Blowholes in Aktion zu erleben. Leider herrschte nicht genügend Wellengang und so konnten wir uns nur die riesigen Löcher im Felsen anschauen, aus denen aber echt unheimliche Geräusche zu uns drangen. In Australien setzt man mittelmäßige Intelligenz der Touristen meistens voraus und so sucht man in Nationalparks Absperrungen und Geländer meistens vergebens. Einzig und allein weisen Warnschilder auf mögliche Gefahren hin. Und so kann man ganz ungeniert an den Rand von Blowholes und Klippen spazieren und hinunterschauen. Wenn man nicht aufpasst, dann hat man eben Pech gehabt, so die Devise. Also heißt es immer, ein bisschen vorsichtig sein und sich nicht überschätzen.

Auf dem Rückweg vom Edel Land ließen wir uns wieder durchschütteln und hofften inständig, dass Friedrich nicht in seine Bestandteile auseinanderfällt. Aber alles ging gut.

Um euch mal einen kleinen Überblick über die Entfernungen in Australien zu verschaffen, haben wir mal ein paar Fotos präpariert. Auf der Karte von Australien ist unser bisher zurückgelegter Weg in Schwarz markiert. Mit Rot haben wir die Region Shark Bay und den Steep Point eingerahmt. Auf dem nächsten Bild seht ihr die Strecke vom “Abzweig nach Steep Point” bis zum dem Punkt, an dem die 4-WD-Strecke anfängt (ca. 100 km), danach folgt eine Übersicht über das Edel Land mit seinen Sandpisten und allen Punkten, die wir besucht haben (orangene Kreuze) bis zum Steep Point. Die Fahrstrecke (ca. 50 km) ist ebenfalls in Orange markiert.

 

Am nächsten Tag zeigte der Himmel sich mal wieder wolkig und regnerisch. Na Prima, dachten wir uns.

Aber es nützte alles nichts, wir mussten ja schließlich vorwärts kommen. Und so schauten wir uns den berühmten Shell Beach im Regen an, den Eagle Bluff mit dicht bewölktem Himmel, Denham bei Regen…….

Wir checkten kurz die Lage im Visitor Center und brachen dann in nördliche Richtung zum Francois Peron Nationalpark auf. Wir machten Halt an einer alten Schaffarm, und schauten uns die verlassenen Schaffschererhütten an. Der Park war nämlich bis 1990 Heimat unzähliger Schafe, bis man die Gegend eben zum Nationalpark erklärte. Dann ließen wir unseren Reifendruck ab und bezahlten an der Entry Station nur noch eine Nacht auf einem Campsite, der Eintritt für den Park an sich war mit unserem Annual All Parks Pass WA bereits abgedeckt. (88 $ für alle NP’s in WA für ein Jahr)  Und dann ging die nächste Schotter-/Sandpiste los. Diesmal war es allerdings richtig heftig. Wir kämpften uns bis zu unserem Campingspot durch und wurden wieder von einem wolkenverhangenen Himmel begleitet. Ach und unterwegs zerrten Wir noch einen stecken gebliebenen Landcruiser aus dem Sand. Am Campingplatz angekommen, richteten wir dieses Mal unser Seitenzelt für die Nacht her und wanderten ein bisschen am Strand entlang. Und dann fing es auch schon an zu schütten. Beim Zähneputzen wurden wir klitschnass, so dass wir uns schnell ins Zelt zurückzogen. Allerdings war es dort auch nicht ganz trocken. Alles in allem eben ein richtig perfekter Tag zum Campen.

Der nächste Tag zeigte sich äußerst wechselhaft. Und bei diesem Sonne-Regen-Gemisch klapperten wir die restlichen Attraktionen des Parks ab: Cape Peron, den wunderschönen Skipjack Point und Herald Bight, wo wir bis zum Strand fuhren und eine Mittagspause einlegten (da endlich die Sonne schien). Und das stimmte uns dann wettertechnisch wieder etwas friedlicher.

Zum Nachmittag hin verließen wir den Park und buchten im Visitor Center einen Buschcampingplatz am Meer ca. 40 km südlich von Denham.

 

In und um Kalbarri

Nachdem wir den etwas eigenartigen Prinzenstaat verlassen hatten, zog es uns direkt in Richtung Kalbarri. Vorher zerlegte es uns allerdings unseren heiligen Kompressor. Den brauchen wir natürlich unbedingt, da bei jeder Offroad/ Gravelroadstrecke die Luft unserer Reifen abgelassen und danach natürlich wieder aufgepumpt werden muss und Tankstellen einfach viel zu weit auseinanderliegen, als das man das dort erledigen könnte. Und da in Australien eben sowieso alles dermaßen weit auseinander liegt, bedeutet das für uns, dass wir allerlei Utensilien, sprich Kisten mit Werkzeug in allen Größen und Formen, 2 Ersatzräder, Wasserkanister, Brems- und Kühlflüssigkeiten, Öl, diverse Ersatzteile und eben auch den Kompressor auf dem Dach vom Friedrich mit uns herumschleppen. Einfach um für JEDEN Fall gewappnet zu sein. HAHA. Es trifft dann natürlich immer genau das ein, worauf man sich nicht vorbereitet hat….. Nun also der Kompressor. Zum Glück hat es ihn erst beim Aufpumpen des 4. Rad zerlegt, so dass wir glücklicherweise weiterfahren konnten.

Kalbarri begrüßte uns dann erstmal mit ein paar schönen Lookouts entlang der Küste aus roten Sandsteinklippen. Beim Entlangschlendern auf den Aussichtsplattformen und Verbindungswegen konnten wir sogar aus der Ferne eine Walkuh mit Kalb im Ozean beobachten.

 

An der nächsten Tanke mit Mini-Baumarkt konnten wir dann für 190 $ einen neuen – wenn auch kleineren – Kompressor ergattern. Der alte flog direkt in die (Haus)Mülltonne….. (Mülltrennung ist in Australien kein Thema).

Für die Nacht sicherten wir uns einen Platz auf einem richtigen Campingplatz mit Dusche. Umgeben von Gänsen, Hühnern, Lamas, Ziegen, Pferden und Panzern (siehe Fotos) verbrachten wir den Nachmittag und die (kalte) Nacht auf dieser kleinen Farm.

Am nächsten Tag besuchten wir den Nationalpark. Zuerst stärkten wir uns auf dem Parkplatz des ersten Aussichtspunkt mit einem Frühstück (Toast mit Spiegelei) und wanderten dann zum “Natures Window”. Dies ist ein absolut wunderschönes Fotomotiv. Es handelt sich hierbei um einen kleinen Arch, durch den man durchschauen und den Fluss im Hintergrund sehen kann. Ungefähr so wie die Arches in Utah, USA, wem das ein Begriff ist. Wer will kann auch gern unter der Rubrik USA mal im Blog stöbern, da könnt ihr den richtig großen Arche sehen. Jedenfalls hatte man von dort einen genialen Blick über den Canyon und den Fluss. Einfach herrlich. Alles in allem wirkte es wie ein kleiner Grand Canyon. (Zum Original gibt es im Blog auch Fotos zu bewundern) Zum Glück waren wir recht früh dran und der Menschenauflauf hielt sich noch in Grenzen.

Nacheinander klapperten wir dann alle Hotspots des Nationalparks ab – Z-Bend, Hawk’s Head und Ross Graham, und machten auch eine kleine Klettertour durch die roten, zerklüfteten Felsen zum Murchison River hinunter und genossen die Ruhe.

Am Abend fanden wir dann eine Rest-Area und teilten den Platz mit gefühlt 10000 Rentnern in Wohnwagen und Wohnmobilen mit ihren Pfiffis und Miezies….

Perth, Pinnacles und ein paar Prinzen

“Its too hard to say goodbye – so see you later!. “ – mit diesen Gedanken und Vorsatz verabschiedeten wir uns von “unserer kleinen Farm”. Wir tauschten Abschiedsgeschenke aus, drückten unsere Ersatzfamilie und streichelten alle kleinen und großen Vierbeiner noch einmal, bevor wir dann mit einem lachenden und einem weinenden Auge ins Auto stiegen und in Richtung Nordwesten davonbrausten.

Das war es also. Das Kapitel “Dairyfarm” war hiermit beendet. Und wir wissen, es war eine der besten Erfahrungen, die wir gemacht haben.

 

 

In Perth angekommen, erwartete uns ein (für unsere Verhältnisse) luxuriöses Hotelzimmer und ein Sandwich von Subways. Trotz des Tapetenwechsels schwelgten wir immer noch in Erinnerungen und waren eher ein bisschen nostalgisch. Die letzten 5,5 Monate waren sooo schnell vergangen und kamen (und kommen immer noch) uns irgendwie eher unwirklich vor. Ein bisschen verloren fühlten wir uns im Großstadtdschungel ebenfalls. Aber alles eine Sache der Gewöhnung.

Bei mittelschweren Regenschauern haben wir es dann am ersten Tag in Perth nur in den Supermarkt und dann in die Art Gallery geschafft. Am Abend konnten wir uns noch dazu durchringen, eine Pizzeria in Northbridge aufzusuchen.

Der nächste Tag begrüßte uns dann schon wieder gewohnt perthmäßig mit Sonnenschein und blauem Himmel. Ja, genau so stellten wir uns einen australischen Wintertag vor. Also bummelten wir noch einmal (wie schon ein halbes Jahr zuvor) durch die Einkaufsstraßen Perth’s und schlenderten zum Elizabeth Quay. Später gelangten wir mit der Bahn ins schöne Fremantle, um einen Abstecher in die Brauerei “Little Creatures” zu machen. Bei einer wundervollen Auswahl kühler Biere zum Probieren und leckeren Nachos ließen wir uns die Sonne auf den Bauch scheinen und fühlten uns wirklich wie im Urlaub.

Am nächsten Tag waren wir schon wieder in Aufbruchsstimmung. Aber so richtig losreißen konnten wir uns nicht von unserer kleinen Stadtoase. Aber es nütze alles nichts. Das Highlight des Tages war dann erstmal ein Besuch im Aldi. Nach einem halben Jahr Abstinenz konnten wir auch gar nicht so viel kaufen wie wir wollten.

 

 

Die nächste Station waren die Pinnacles im Nambung NP. Dort konnten wir bei strahlendem Sonnenschein die 0,5 bis ca. 2,5 m hohen verwitterten Kalksteinsäulen, die wunderbar als Fotomotive herhielten, bewundern.

Für die Nacht hatte Tom uns ein Freecamp direkt am Meer herausgesucht. Allerdings war von Romantik dort nicht wirklich was zu spüren, da es ab 18 Uhr wieder eisekalt wurde. Wir waren froh, dass wir unsere Schlafsäcke und eine normale Zudecke im Dachzelt nutzen konnten. Also gefroren haben wir dann nicht mehr.

 

 

Hutt River – genauer “Principality of Hutt River” – war unser Ziel für den nächsten Tag. Ein von der britischen Krone unabhängiges Land innerhalb Australiens und das einzige Land was bisher Australien den Krieg erklärt hat. Genauer gesagt ist es eine ca. 75 km² große Weizen- und Schaffarm mit einem etwas schrulligen “Regenten” und seiner Familie. Interessant waren all die Ausstellungsstücke die uns der 92-jährige zeigte, unter anderem ein Nummernschild aus Altenburg, eine sächsische Flagge, zahlreiche deutsche Ausweise und Reisepässe und einen Brief von der Queen. Wir ließen uns zur Feier unserer Einreise in Hutt River einen Stempel im Reisepass geben und übernachteten dann für 10 $ auf dem angrenzenden Campingplatz.

Am nächsten Tag konnten wir auch problemlos wieder ausreisen und unser nächstes Etappenziel stand auch schon fest: Kalbarri.