768 Kurven bis nach Pai

2.-5. Februar 2018

Gegen Mittag wurden wir von einem Sammeltaxi abgeholt. Es sollte uns ins 130 km entfernte Städtchen Pai bringen. Soweit so gut. Das einzige Problem, von dem wir vorher schon erfahren haben, waren die ca. 768 Kurven, die uns auf dem Weg erwarteten. Nichts für schwache Mägen – mal wieder. Aber entgegen unserer Erwartungen, verlief die Fahrt ganz gut und niemand musste sich übergeben. Als wir in Pai ankamen, führte unser erster Weg zu einem Rollerverleih. Mit dem ausgeliehenen Bike fuhren wir dann auch gleich in unsere Unterkunft. Ein Gang über den Nightmarket durfte natürlich auch nicht ausbleiben. Hier bekamen wir einen Eindruck, wessen Ziel Pai so im Regelfall ist, denn wir sahen vor allem junge und alternde Hippies. Das Beste am Markt waren dann schmackhafte Pancakes mit Mango und Banane.

Den nächsten Tag starteten wir ziemlich zeitig mit einem leckeren Frühstück. Mit dem Roller fuhren wir dann ein Stück stadtauswärts zu einem großen weißen Buddha. Wie so oft mussten wir erst einmal zahlreiche Treppenstufen erklimmen. Oben angekommen hatten wir eine tolle Aussicht über das beschauliche Städtchen. Während wir auf den oberen Treppenstufen saßen und den Blick schweifen ließen, unterhielten wir uns eine ganze Weile mit Andrew aus England über Gott und die Welt. Keine Ahnung wie lange wir dort saßen, aber es kann gut eine Stunde gewesen sein. Jedenfalls fuhren wir anschließend zusammen zu einem tollen Aussichtspunkt in der Nähe eines chinesischen Dorfes.

Am Nachmittag sahen wir uns noch eine historische Brücke aus der Zeit des 2. Weltkrieges an – die Pai Memorial Bridge. An dieser Stelle hatten nämlich die Japaner 1941 eine Holzbrücke gebaut, die es ihnen ermöglichen sollte, einen Weg nach Burma (Myanmar) einschlagen zu können. Zum Ende des Krieges zerstörten die Japaner allerdings die Brücke, welche aber für die Bewohner Pais zu einem wichtigen Transportweg geworden war. Also bauten diese eine neue Brücke an der selben Stelle, die bis heute als Mahnmal bestehen blieb.

Gegen Abend kletterten wir in den Pai Canyon und sahen uns von dort den Sonnenuntergang an. Unser Abendbrot nahmen wir wieder auf dem Nachtmarkt zu uns. Was wohl ein folgenreicher “Fehler” war.

Am nächsten Tag hatten wir den Salat und Jojo eine Lebensmittelvergiftung. Für diesen Tag war sie also außer Gefecht gesetzt und mehr als ein Unterkunftswechsel war für sie nicht machbar. Tom hatte ja immer noch den Roller, also erledigte er damit ein paar Besorgungen und fuhr einfach ein bisschen die Umgebung von Pai ab. Den Rückweg nach Pai traten wir am nächsten Tag an und zwar mit dem Roller. Vorher standen aber noch der Bamboo Walk und der Land Split auf unserer To-Do-Liste.  Der Bamboo Walk ist ein Steg aus Bambus der über Reisfelder zu einem abgelegenen Tempel führt. Soweit sind wir allerdings nicht gelaufen, da uns dafür die Zeit fehlte. Beim Land Split gab es für alle selbstgemachten Rosellasaft und gegen eine Spende konnten wir uns den Spalt anschauen.

Danach ging die wilde Fahrt mit dem Roller nach Chiang Mai los. 768 Kurven, 130 km und 4 Stunden später hatten wir es dann auch eeeeeendlich geschafft.

Wir gaben den Roller ab, liefen noch ein bisschen durch Chiang Mai und verbrachten auch noch den nächsten Tag in der Stadt. Erst am übernächsten Tag ließen wir das nördliche Thailand hinter uns und machten uns auf den Weg in den Süden.

 

Chiang Mai

1. Tag

Nachdem unser Zug gegen 9 Uhr morgens im Bahnhof von Chiang Mai eingerollt war, ließen wir uns erst einmal in einem nahegelegen Café nieder. Wir buchten danach eine Uber-Fahrt in unser Hostel und dort angekommen, fielen uns auch schon die Äuglein zu. Gegen Mittag wurden wir wieder wach und beschlossen, uns mal an die frische Luft zu wagen. Wir gönnten uns ein Mittagessen, was aus Khao Soi und Tom Yum Suppen bestand.

Wir hatten bereits online eine Dschungel-Trekking-Tour für den übernächsten Tag gebucht, für die aber noch Einzelheiten persönlich zu klären waren. Also suchten wir das Büro des Anbieters auf und leisteten dort dann auch schon die Anzahlung für die Tour. Wir schlenderten anschließend an der alten Stadtmauer Chiang Mais entlang bis zum Tha Phae Gate. Hier trafen wir auf Swetlana, eine aus Russland stammende Amerikanerin (oder anders herum?). Die klagte uns ihr Leid wegen ihres kaputten Kindle’s. Aber Tom wäre nicht Tom, wenn er nicht sofort eine Lösung parat gehabt hätte. Und siehe da, in Nullkommanix, war das Kindle wieder zum Leben erweckt worden und unser Gegenüber strahlte uns an. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile über unsere Reiseabenteuer und dann schickte uns Swetlana in eine Bäckerei ein paar Straßen weiter, weil es dort die besten Zimtschnecken geben sollte. Und die waren tatsächlich äußerst schmackhaft.

Am Abend wanderten wir noch über den Nightmarket von Chiang Mai und genossen einen landesuntypischen Burrito.

2. Tag

Wir mieteten uns einen Roller, um die Stadt bzw. die Umgebung auf eigene Faust erkunden zu können. Chiang Mai ließen wir dann auch direkt hinter uns und kämpften uns stattdessen eine steile und kurvenreiche Straße bis zum Wat Phra That Doi Suthep, dem Wahrzeichen Chiang Mais, hinauf. Wir erkundeten die Tempelanlage und fuhren weiter bis zum Hmong Village, wo wir über einen Souvenirmarkt liefen und einen Blumengarten mit einem kleinen Wasserfall besichtigten. Unseren Hunger stillten wir mit dem leckersten Khao Soi in einer ganz unscheinbaren Lokalität.

Dann brachen wir auch schon wieder auf und traten die Heimreise an. Im Hostel angekommen mussten wir unsere Taschen, die nicht mit auf Trekking Tour gehen sollten, packen und diese in die Räumlichkeiten des Tourveranstalters bringen, wo sie dann für die 3 Tage gelagert wurden.

Wir drehten noch eine letzte Runde mit dem Roller, bevor wir diesen am Abend wieder abgegeben mussten. Unser Abendbrot nahmen wir dann wieder auf dem Nightmarket zu uns.

 

3. Tag – Aufbruch zur Trekkingtour

Gegen 8.30 Uhr wurden wir mit dem Pick Up am Hostel abgeholt. Auf dem Pick Up waren mehr oder weniger provisorisch Sitzbänke angebracht, auf denen wir quer zur Fahrtrichtung saßen (nichts für empfindliche Mägen). Wir machten auch gleich Bekanntschaft mit unserer Gruppe, die aus zwei Australiern, einer Kanadierin und 2 weiteren deutschen Mädels bestand. Wir wurden zunächst von der Touristenpolizei belehrt, was im Notfall im Dschungel zu tun sei und wie wir Hilfe organisieren könnten. Danach gingen wir auf einen Markt und tranken dort einen Tee, während unsere Guides den Einkauf für die kommenden Tage erledigten. Wir fuhren weiter zu einem wunderschönen, aber leider eiskalten Wasserfall. Wir sprangen zwar ins kühle Nass, aber so richtig zum Schwimmen war es nicht geeignet. Also ließen wir uns das herabfallende Wasser auf die Haut rieseln und genossen die Dusche. Anschließend gab es Mittag und danach die erste Wanderung im Dschungel. Ziel war ein kleines Dorf mitten im Wald. Dort angekommen, stellten wir fest, dass es dort nicht einmal Elektrizität gab. Aber dennoch wirkten die Bewohner sehr glücklich mit ihrem einfachen Leben. Die Einwohner und wir wohnten in Bambushäusern, während Schweine, Kühe und Hühner in unmittelbarer Nachbarschaft zu uns lebten. Fortbewegungsmittel im Dorf waren hauptsächlich Roller und Mopeds. Die Bewohner lebten vom Reisanbau. Dieser wurde mit Hilfe einer Holzvorrichtung manuell von der Spreu getrennt und anschließend gesiebt. Das alles passierte in mühevoller Handarbeit, aber es schien als hätte jeder seine Aufgabe und war glücklich damit. Von Buddhismus war hier weit und breit nichts zu spüren. Unser Guide, der selbst aus diesem Dorf stammt, erzählte uns, dass die Einwohner katholische Christen seien. Am nächsten Tag sollte eine Hochzeit stattfinden und an diesem Tag feierten die Dorfbewohner bereits eine Art Polterabend, in den wir auch gleich mit integriert wurden. Das hieß, wir mussten Reiswhiskey trinken. Und nicht nur einen. Nein es wurde ein Becher aus Bambus herumgereicht, der sich immer wieder wie von allein füllte. Das Getränk war vielleicht nicht sehr stark, aber nach 3- 4 Schnäpsen spürten wir die Wirkung dann doch. Es war eine lustige Runde und auch wenn die Dorfbewohner nur gebrochen Englisch sprachen, konnten wir uns verständigen. Bei Einbruch der Dunkelheit gab es für uns dann endlich Dinner, was von unseren Guides frisch zubereitet worden war. Äußerst leckeres Curry, gebratene Nudeln, Reis, Frühlingsrollen und als Nachtisch tonnenweise Obst. Wir waren super versorgt und es ging uns gut. Das einzige was uns zu schaffen machte, war die Kälte. Ja wir hätten vielleicht doch noch eine dickere Jacke mitnehmen sollen, aber wir hatten einfach nicht erwartet, dass es wirklich so sehr anzieht. Deswegen und weil Jojo immer noch mit ihrer Erkältung zu kämpfen hatte, gingen wir ziemlich zeitig ins Bett und kuschelten uns unter einen Stapel Decken.

 

4. Tag

Am nächsten Morgen, wachten wir gegen 7 Uhr auf und es war immer noch eisekalt draußen. Die Sonne ließ sich nur langsam auf unserem Balkon blicken und so nahmen wir noch ein bisschen frierend unser Frühstück aus Rührei, Toast, Banana Spring Rolls und Obst ein. Dazu gab es Kaffee und Tee, einfach himmlisch. Anschließend statteten wir noch Braut und Bräutigam, die an diesem Tag ihre Hochzeit feierten, einen Besuch ab und übergaben unser Geldgeschenk. Danach stand für uns die nächste Wanderung an. Die nächsten drei Stunden ging es wieder durch den Dschungel, vorbei an (trockenen) Reisfeldern, durch Kuhherden hindurch, bergauf und bergab bis wir schließlich an einen Fluss gelangten. Hier sollte unser Bambooraft, ein ca. 1,20 m breites und 5 m langes Floß aus Bambusstämmen, ankommen. Darauf mussten wir allerdings erst einmal eine Weile warten. Aber endlich war es soweit und wir konnten das Rafting starten. Ganz entspannt fuhren wir dann in der Nachmittagssonne auf dem Fluss in Richtung Elefantencamp, vorbei an dichtem Dschungel. Dann nahmen wir unser Mittagessen ein und dösten ein bisschen im Schatten der Holzhütten im Camp. Und schon stand das nächste Highlight auf dem Plan. Wir durften 2 Elefanten mit Melonenschalen, Ananas und Bananen füttern. Währen die Dickhäuter das mitgebrachte Obst ohne mit der Wimper zu zucken verschlangen, konnten wir sie streicheln und ihre raue und schrumpelige Haut unter unsern Fingern spüren. Die normalerweise sanften Riesen konnten kaum genug bekommen von unseren Leckereien, aber irgendwann war der Korb leer. Anschließend gingen die beiden Tiere in den Fluss, setzen sich sogar hin und wir hatten die Chance sie zu “waschen”. Mit kleinen Plasteeimern schöpften wir Wasser und spritzten die Dickhäuter nass, was sie sichtlich genossen. Ein Mädchen aus unserer Truppe, wagte dann auch noch einen kurzen Ritt auf einem der Tiere. Das hieß einmal aufsitzen, 5 Minuten gehen und wieder absitzen. Alle anderen verzichteten aber. Da die Elefanten nicht in dem Camp lebten, sondern die meiste Zeit im Dschungel verbrachten, wurden sie als wir mit unserem Raft wieder aufbrachen, auch wieder in den Busch zurück geschickt. Sie gingen allerdings nur ungern, da sie eigentlich lieber mehr von dem leckeren Obst futtern wollten. Alles in allem machte dieses Camp einen sehr guten Eindruck. wir hatten hier auf gar keinen Fall den Eindruck, dass die Tiere zu leiden haben. Von anderen trekkingtouren und Elefantencamps hatten wir allerdings schon ganz andere Geschichten gehört. Die größte Unsitte ist das Geschäft mit dem Elefantenritt, bei dem der Elefant ein Gestell auf dem Rücken tragen muss, in welchem dann dicke Touristen mit Kamers sitzen. Nein, so etwas wollten wir auf keinen Fall unterstützen.

Während die Dickhäuter den Weg in den Dschungel antraten, trieben wir weiter Flussabwärts, dem nächsten Dorf entgegen.

Der einzige Transportweg zum Dorf war der FLuß. Es gab keine Straße auf der Roller oder geschweige denn Autos fahren konnten. Nur ein schmaler Trampelpfad führte vom Dorf weg.

So abgeschnitten vom Rest der Welt verbrachten wir die Nacht in einem auf Stelzen stehenden Holzhaus. Auf der Terrasse entzündeten unsere Guides später ein Lagerfeuer um welches wir uns versammelten, Lieder sangen und den Klängen der Gitarre lauschten.

 

5. Tag

Am nächsten Morgen saßen wir in unsere Zudecken gewickelt auf unserer Terrasse und nahmen das Frühstück ein. Wieder erwärmte die Sonne nur langsam das Flusstal und Nebel sammelte sich über dem Wasser. Heute mussten wir glücklicherweise nicht mehr wandern. Wir stiegen einfach wieder auf unsere Rafts und weiter ging die überwiegend gemächliche Fahrt auf dem Fluss.

Nur zweimal wurde es brenzlig, unter anderem als sich eines der Rafts zwischen Felsen verkeilte und die Jungs es aus eigener Kraft wieder befreien mussten. Ansonsten durchquerten wir ein paar Stromschnellen, durch die uns unser Captain und Tom als 2. Steuermann hindurch manövrierten, so dass wir nach ca. 3 Stunden wohlbehalten wieder in der Zivilisation ankamen. Hier gab es noch einen letzten Lunch bevor wir wieder mit dem Pick Up nach Chiang Mai zurückgebracht worden.

 

 

Dort angekommen, machten wir uns auch sogleich auf den Weg ins Krankenhaus. Wegen der langandauernden Erkältung war uns nun doch langsam der Geduldsfaden gerissen und wir wollten die ganze Sache abchecken lassen. Nach einer allgemeinen Untersuchung, dem Röntgen der Lunge und einer Rechnung von ca. 50 € durften wir auch wieder nach Hause gehen. Es sei soweit alles in Ordnung, meinte der Arzt zu Jojo und verschrieb ihr noch ein paar Tabletten, die sie aber dann auch schon fast gar nicht mehr nehmen musste, da die Erkältung in den nächsten Tagen (endlich) nachließ.

Ankunft in Thailand

Von Colombo aus ließen wir uns mit einem Shuttle Bus bis zum Flughafen fahren. Dafür sind sage und schreibe 2,5 Stunden draufgegangen. Gegen halb 7 betraten wir endlich den Flughafen und durften gleich mehrere Sicherheitskontrollen passieren. Danach verbrachten wir ca. 5 Stunden im Wartebereich. Irgendwann fingen wir unruhig an, die Anzeigetafel zu taxieren. Aber von Check In war weit und breit nichts geschrieben. Es wurde uns schließlich zu bunt und wir holten uns Auskunft. Einfach bei Sri Lankan Airlines anstellen hieß es, na prima. Wir gaben unser Gepäck auf und hielten unsere Boardingpässe dann endlich in den Händen. Erst nach einigen Minuten realisierten wir, dass etwas anders war. Da stand tatsächlich “Business Class” drauf. What? Ungläubig schauten wir uns an. Aber ja es war tatsächlich so. Wir hatten ein Upgrade erhalten. Die Aufregung war natürlich gleich gewachsen. Wir brachten eine kurze Wartezeit am Gate hinter uns und wurden dann vom Bus abgeholt, natürlich separat vom gemeinen Fußvolk- ganz ehrlich, es fühlte sich schon irgendwie toll an. Wir stiegen ins Flugzeug und nahmen unsere Plätze in der ersten Reihe (!) ein. Was für ein Luxus, diese Beinfreiheit und diese wunderbare Ruhe. Das konnte ja nur ein entspannter Flug werden. Zu Beginn wurden uns dann heiße Handtücher gereicht und wir tranken Champagner. Schließlich hob unser Vogel ab. Dann gab es auch gleich ein spätes Dinner, serviert auf richtigem Geschirr und mit richtigem Besteck. Ein bisschen Film gucken war noch drin, dann schlummerten wir in das Land der Träume. Was ja nicht schwer war, denn wir konnten uns ausstrecken und unseren Kopf auf ein äußerst bequemes Kissen betten. Herrlich.

 

Two Nights in Bangkok

Und siehe da, die Zeit verging wie im Flug. Landung in Bangkok im Sonnenaufgang und wir stiegen als erste aus dem Flugzeug. Durch die Passkontrolle liefen wir nach kurzer Suche als VIPs und unser Gepäck ließ auch nicht lange auf sich warten. Wir holten gleich noch thailändisches Bargeld und im Anschluss 2 Simkarten für unsere Handys. Dann ging es gleich mit dem Zug bis in die City und mit einem Taxi weiter zu unserem Hostel in einer der Nebenstraßen der berühmten Khao San Road.

Hier warteten 2 Betten im 18 °C kalten Schlafsaal auf uns. Aber bevor wir noch mal ein Nickerchen machten, gönnten wir uns erst einmal ein (amerikanisches) Frühstück. Nach dem Mittagsschlaf erkundeten wir die umliegenden Straßen zu Fuß. Wir waren tatsächlich bis Abends unterwegs, denn es gab so viel zu entdecken. Unser Abendbrot bestand aus Phat Thai – einem traditionellem Nudelgericht, was wir uns an einem Stand an der Straße holten. Um den Abend ausklingen zu lassen und die Stimmung der Khao San auf uns wirken zu lassen, gab es natürlich noch Bier und Cocktails. Da wir uns nun Mut angetrunken hatten, probierten wir auch gleich an diesem ersten Abend frittierte Heuschrecken und Mehlwürmer und Tom biss sogar in ein frittiertes Skorpion – hmmmm lecker.

Am nächsten Tag stand Kulturprogramm auf dem Plan. Doch zunächst verschliefen wir und wachten erst gegen 11 Uhr auf. Das lag an der Dunkelheit und Kühle in unserem Schlafsaal. Wir frühstückten schnell und machten uns dann wieder zu Fuß auf den Weg zum Königspalast und Tempel des Smaragdbuddha. Anschließend wanderten wir noch zum Wat Pho, dessen Highlight ein gigantischer liegender Buddha war. Danach hatten wir vorerst genug von Tempeln und deswegen setzten wir mit der Fähre zum anderen Ufer über, um einen Markt zu besuchen. Hier aßen wir in einer Garküche und anschließend probierten wir noch kleine salzige Plinsen mit Schweinefleisch. Da die Zeit drängte, setzten wir auch zeitnah  wieder mit der Fähre über. Diesmal erhielten wir allerdings unterwegs eine Dusche, verursacht durch ein vorbeifahrendes Boot. Klitschnass zogen wir dann zum Bahnhof um dort unsere Tickets für den Nachtzug nach Chiang Mai am nächsten Tag abzuholen. Im Anschluss brachte uns ein Uber Taxi zum Wat Arun, der bei Nacht schön angestrahlt wurde. Hiervon machten wir in aller Ruhe einige Fotos. Mit einem anderen Taxi fuhren wir wieder zum Hostel, zogen uns um und “stürzten” uns nochmal ins Nachtleben der Khao San Road.

Am nächsten Tag verschliefen wir wieder. Aber das war eigentlich auch nicht weiter schlimm, denn heute hatten wir nichts weiter geplant, außer den Nachtzug nach Chiang Mai zu nehmen und der sollte erst um 19.30 Uhr abfahren. Wir hatten also noch den ganzen Tag Zeit, um nochmal über die Märkte zu schlendern, T-Shirts zu kaufen, Shakes zu trinken, zum Hard Rock Cafe zu fahren und dann ganz in Ruhe am Bahnhof auf den Zug zu warten. Der startete dann mit Verspätung und gegen 21 Uhr begaben wir uns in unserem Schlafwagen auch schon zu Bett. Besonders komfortabel war das ganze nicht, was vielleicht daran lag, dass wir oben schlafen mussten, es ziemlich laut war und auch etwas muffig roch. Deswegen hielt sich der Erholungsfaktor bei uns ziemlich in Grenzen und wir kamen ein bisschen erschöpft in Chiang Mai an.

 

Im Süden Sri Lankas

Nach 2 Tagen in Udawalawe und den Strapazen der ersten Woche wollten wir nun zum entspannten Teil übergehen. Unser Weg führte dazu in den Süden der Insel. Mit dem Bus gelangten wir ins beschauliche Tangalle.

Hier fanden wir einen wunderschönen langgezogenen Strand vor und wenige Touristen. Unsere Herberge war einfach aber schön und die Besitzer sehr sehr freundlich. Als Begrüßungsdrink gab es eine Kokosnuss.

Wir wanderten anschließend am Strand entlang und ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Kurz ins Wasser gesprungen sind wir auch. Zum Mittag kehrten wie in ein Strandrestaurant ein. Wir warteten eine ganze Weile auf unser Curry und die Bratnudeln, beides wurde frisch zubereitet und war zum reinlegen gut. Am Abend gönnten wir uns ein paar Cocktails und Bier und genossen die Beachatmosphäre.

Am nächsten Tag mussten wir uns schon wieder verabschieden. Vorher gab es aber noch ein megaleckeres Frühstück. Eine Art Pfannkuchen bestrichen wir mit Kokosnusshonig und legten Bananenscheiben obendrauf. Himmlisch. Als herzhafte Variante gab es einen Mix aus gebratenen Zwiebeln, Tomaten und Chili. Absolut liebevoll zubereitet und ein wahrer Genuss.

Mit dem Bus fuhren wir gegen Mittag nach Mirissa. Der Strand hier war sehr viel kleiner als in Tangalle und gesäumt von Bars und Restaurants. Zudem gab es natürlich sehe viel mehr Touristen, die alle schön in der Sonne brutzelten. Unser Homestay war nett aber nichts außergewöhnliches. Wir verbrachten den ersten Tag natürlich am Strand und aßen in einer der Strandbars zu Mittag (natürlich waren die Preise hier angepasst, während man in den Garküchen an der Straße sehr viel weniger zahlte.) Aber wir wollten eben das Flair am Strand genießen.

Abends gab es wieder Cocktails und Bier. Am nächsten Tag lief unser Programm ähnlich ab. Wir sonnten uns, plantschten im Wasser und genossen das fröhliche Nichtstun. Da Jojos Erkältung und insbesondere der Husten (seit Ella) nicht wirklich besser werden wollte, gab es für sie abends nur ein paar Cocktails und dann zog sie sich aufs Zimmer zurück. Tom verabredete sich mit Vlad aus Kanada/Ukraine zur Stranddisco. Hier unterhielt er sich mit anderen Backpackern und genoss ein paar Bierchen.

Am nächsten Tag brachte uns der Bus zu unserer letzten Station in Sri Lanka, nach Ahungalle. Wir hatten hier für 2 Nächte ein kleines niedliches Homestay gebucht, deren Besitzer uns herzlich willkommen hießen. Wir erkundeten kurz den Ort und brachten unsere schmutzige Wäsche in die Wäscherei. Unterwegs wurden wir ständig von Einheimischen belagert, die entweder Geld wollten oder versuchten uns eine Tuk Tuk Fahrt aufzuquatschen. Auch Kinder hielten uns an und wollten Bonbons. Dieses Schauspiel zog sich auch am nächsten Tag so fort und wir waren wirklich schon richtig genervt. Zum Glück hatten wir Ruhe in unserem Homestay. Hier lebten wir in einem fast 100 Jahre alten Haus mit dicken Mauern, wo es drinnen angenehm kühl war. Unsere Gastgeberin zauberte zum Abendbrot leckeren Fisch, Shrimps und Calamari für uns, wir konnten es uns nochmal so richtig gut gehen lassen. Auch ein paar Stunden Relaxen am Strand war für uns drin. Dort war es nämlich fast menschenleer und nur ein paar Resortgäste, die sich wohl von ihrem geliebten Pool weggetraut hatten, leisteten uns Gesellschaft. Unsere Gastgeberin hatte uns vor den sogenannten Beachboys, die ziemlich aufdringlich werden können und nur an unser Geld wollten, gewarnt. Wir hatten weitestgehend Glück, nur einer ging uns auf die Nerven. Schlimmer fanden wir die Kinder, die sich wahrscheinlich die Masche von den Großen abgeschaut hatten und Touristen nervten.

Am 23.1. war dann unser „Urlaub“ in Sri Lanka zu Ende. Wir fuhren mit dem Bus zurück nach Colombo und von dort weiter mit dem Shuttle zum Flughafen.

Unser Fazit zu Sri Lanka:

Ja wir sind “kulturgeschockt”. Der viele Smog, der Lärm und dieser haarsträubende Straßenverkehr hat uns schon ganz schön zu schaffen gemacht. Außerdem gibt es hier an zu vielen Ecken zu viel Müll und das hat uns ziemlich ins Grübeln gebracht. Es könnte in Sri Lanka wirklich so schön sein, wenn der viele Unrat nicht wäre. Denn die andere Seite des Landes ist doch wirklich herrlich: wunderschöne Strände, die Nationalparks, das Hochland um Ella und natürlich der Dschungel in Sigiriya, die Tempel und nicht zu vergessen das leichte und gut bekömmliche Essen: Curries, Kotthu, Roti, Lassis und Fruchtshakes haben wir gut vertragen und werden wir wohl sehr vermissen.

 

Kandy, Ella und Udawalawe

In Kandy angekommen schleppten wir unser Gepäck zu Fuß 800 m zum Hostel. Das lag halb versteckt in einer Hintergasse und bestand aus einem gemischten Schlafsaal, einem Schlafsaal für Frauen und einer Dachterrasse. Der Besitzer, der rund um die Uhr anwesend war, schlief quasi in der Hostelküche. Wir entspannten uns kurz und informierten uns bei den anderen Backpackern, wo man hier am besten essen gehen kann.  Für uns gab es dann Streetfood. Näheres möchte ich aber über die Lokalität nicht verraten, dann würden euch allen die Haare zu Berge stehen. Nur so viel, es hat gut geschmeckt und wir haben es überlebt.

Dann sind wir zu Fuß durch die Stadt um den See herum bis zum Zahntempel. Hier befindet sich laut der Überlieferung ein Eckzahn von Buddha Siddhartha Gautama. Er wird in einem Schrein in der Mitte des Tempels aufbewahrt und dieser Schrein wird dreimal täglich geöffnet. Dann versammeln sich zahlreiche Gläubige und Touristen im Tempel um Opfergaben, vorallem Lotusblüten und Geld, darzubringen. Sie glauben, dass die spirituelle Kraft Buddhas in dem Zahn gespeichert ist.

Es war schon ca. 17 Uhr und um 18.30 Uhr sollte dann die Zeremonie beginnen. Wir schauten uns also das Innere des Tempels an, sahen beobachteten zahlreiche Touristen und die ganz in weiß gekleideten Gläubigen und Mönche in rot- und orangefarbenen Roben, rochen den Duft der Räucherstäbchen, hauptsächlich Sandelholz und warteten auf die Zeremonie. Im Außenbereich gab es ein kleines gläsernes Haus, in dem die Gläubigen Kerzen anzünden. Dort saßen wir eine Weile auf einer Mauer und sogen die uns so unbekannte feierliche Atmosphäre in uns auf. Schließlich begann das Spektakel. Es wurde minutenlang laute Musik bzw. Trommellärm gespielt und Mönche liefen geschäftig hin und her. Wir standen auf halber Treppe und beobachteten das Geschehen. Alle strömten in den dritten Stock, wo die heilige Reliquie in einem Schrein aufbewahrt wird. Die Tür zum Schrein wurde geöffnet und man konnte einen kurzen Blick ins Innere werfen. Nach einer Weile reihten auch wir uns ein, fühlten uns komisch zwischen all den weiß gekleideten Menschen, die ihre Opfergaben in der Hand hielten. Wir sind weder weiß gekleidet, noch haben wir Opfergaben mitgebracht, ja wir wissen ja eigentlich kaum um was es hier geht. Wir fühlen uns schon ein bisschen wie dumme Touristen. An der Tür zum Schrein angelangt, erhaschen wir einen Blick vom Inneren. Sehen können wir nichts, außer vielen goldenen Gegenständen. Wo ist der Zahn? Wie wir später erfuhren, ist dieser in mehreren Schatullen versteckt, welche für Normalsterbliche nie geöffnet werden. Wir drehten noch eine letzte Runde im Tempel, ließen uns von den Menschenmassen mittreiben und schubsen, irgendwann landeten wir endlich wieder draußen an der frischen Luft. Wir machen uns auf den Heimweg, unterwegs holten wir uns noch ein Bier.   

Die Nacht verbrachten wir in einem Schlafsaal mit 12 Betten, die auch zu 80% belegt waren. Ein bisschen schwierig gestaltete sich das Einschlafen schon, vielleicht wegen der zahlreichen laut summenden Deckenventilatoren oder vielleicht waren einfach zu viele Leute in einem Raum. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker gegen halb 6. Tom berichtete mir erstmal von den Ereignissen der letzten Nacht. Vor dem einzigen Fenster zum Schlafsaal haben sich Bauarbeiter rumgetrieben die irgendwann ein 2-takt Notstromaggregat in Betrieb nahmen, dessen Abgase direkt durch das geöffnete Fenster in unseren Schlafsaal zogen. Er hat daraufhin versucht den Besitzer des Hostels zu wecken, der ja in der Küche schlief. Irgendwann ist ihm dies gelungen. Der Besitzer hat dann eine Viertelstunde mit den Bauarbeitern diskutiert, bis sich diese endlich breitschlagen ließen den Generator woanders hin zu stellen. Während der ganzen Zeit ist fröhlich verdreckte Luft zu uns ins Zimmer gezogen und keiner außer Tom hat es bemerkt. Ich frage mich ernsthaft, was passiert wäre, wenn es wirklich niemand mitbekommen hätte.

Wir wurden dann später von einem Taxi abgeholt und in einen ca. 12 km entfernten Ort gebracht. Dort stiegen wir in den Zug nach Ella. Der Plan dahinter war folgender: Wir hofften, dass viele Leute in Kandy aussteigen und wir dann einen Sitzplatz ergattern konnten. Das ging leider nicht ganz auf. Schließlich teilten Tom und ich uns einen Sitzpatz und das bei einer 7-stündigen Fahrt.

Im touristischen Ella angekommen, suchten wir zu allererst ein Restaurant auf. Es gab Lumprais, das ist in einem Bananenblatt gebackener Reis mit Hühnchen und Gemüse. Um die Schärfe abzumildern, hatten wir uns einen einen Papayalassi bestellt. Um zu unserer Unterkunft zu gelangen nahmen wir den Bus der die kurvenreiche Strecke bergauf in haarsträubender Geschwindigkeit zurücklegte. Beinahe hätte sich mein Mittagsimbiss wieder verabschiedet. Aber zum Glück war nach 10 Minuten die Fahrt schon wieder beendet. Unsere Rucksäcke schleppten wir die letzten Meter in die schöne Unterkunft mitten in den Bergen mit und genossen später bei einem kühlen Bier die tolle Aussicht und den Sonnenuntergang.

Am nächsten Tag wanderten wir zum Little Adams Peak und danach zur 9 Arch Bridge. Zurück in der Unterkunft machten wir einen langen Mittagsschlaf, weil wir beide den Anflug einer Erkältung verspürten. Für den darauffolgenden Tag hatten wir wieder einen Ortswechsel geplant. Wir wollten nach Udawalawe und in den dortigen Nationalpark. Da uns beiden nicht nach einer anstrengenden Busfahrt zumute war, bestellten wir uns kurzerhand ein Taxi, dass uns in 2 Stunden in unseren Zielort brachte. Dort buchten wir auch direkt für den nächsten Tag eine Safari in den Nationalpark. Um 5.30 Uhr wurden wir schon abgeholt und schauten uns die nächsten 3 Stunden zahlreiche bunte Vögel, u.a. Pfauen, Rehe, Büffel, Krokodile, Füchse, Affen und natürlich Elefanten an.

Nach der Rückkehr im Homestay gab es Frühstück und anschließend wieder Mittagsschlaf, um uns auszukurieren.

 

Sigiriya & Dambulla

Am nächsten Tag wurde uns im Hostel bereits um 6 Uhr das Frühstück auf der Dachterrasse serviert. Eine halbe Stunde später nahmen wir uns ein Tuk Tuk in Richtung Bahnhof. Am Fahrkartenschalter erhielten wir allerdings die ernüchternde Informationen, dass es keine Tickets mehr für den 7:00-Uhr-Zug gäbe. Wir hatten uns allerdings für diesen Zug mit Josh aus Australien verabredet, der sich schlauerweise schon am Vortag sein Ticket gekauft hat. Es nützte alles nichts, wie mussten Josh ziehen lassen und 1,5 Stunden auf den nächsten Zug warten. Dann endlich konnten wir einsteigen und los ging rasante Fahrt ins ca. 134 km entfernte Kandy. Einen Sitzplatz konnten wir allerdings nicht ergattern. Dafür hatten wir Stehplätze mit Aussicht. Zunächst fuhren wir durch die ganzen Vororte und Slums von Colombo. Dies bot aufgrund der Armut und des vielen Mülls einen weniger schönen Anblick, der sich in unsere Köpfe brannte und uns natürlich auch nachdenklich stimmte. Dann ließen wir die Stadt hinter uns und weiter ging die Fahrt durch üppig grüne Landschaft, Reisfelder und kleine Örtchen, durch die der Zug gemächlich mit ca. 25 -30 km/h ratterte. Trotz der geringen Geschwindigkeit war es im Zug unheimlich laut, es wackelte und ruckelte stark, was auf die veraltete Technik zurückzuführen ist. Zudem war es ganz schön eng, da viele Leute stehen mussten und sich auch ständig Händler durch die Reisenden quetschten und gekühlte Getränke, Ananasstückchen und frittierte Köstlichkeiten anboten. Ein Highlight beim zugfahren sind die stets geöffneten Außentüren. Hier kann man wunderbar stehen und den Kopf rausstrecken und die ansich gemächliche Zugfahrt genießen. Natürlich sollte man sich immer gut festhalten.

In Kandy angekommen, wackelten wir mit unserem ganzen Gepäck zum Busbahnhof und ergatterten Plätze im VIP-Bus nach Dambulla. Unser nächstes Ziel hieß nämlich Sigiriya. Auch diese Fährt dauerte wieder ca. 2 Stunden. Unterwegs schlossen wir sicherheitshalber für einen mehr oder weniger erholsamen Schlaf die Augen. Die Fahrweise der Sri Lanker ist, sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig. Es wird gehupt und wild überholt, scharf gebremst und von Sicherheitsabstand haben die Menschen hier noch nie was gehört. So tut man besser daran, einfach nicht hinzuschauen. Warum tun wir uns die Busfahrt überhaupt an? Weil es spottbillig ist.

In Dambulla mussten wir uns ein Tuk Tuk nehmen, und lernten dabei Manjula kennen. Manjula ist ein netter Kerl und guter Tuk Tuk-Fahrer, allerdings schaut auch er wo er bleibt und so sind wir überzeugt, dass auch er uns ein bisschen ausgenommen hat. Aber was sind die paar Peanuts schon, wenn sie ihm und seiner Familie (er hat 2 Kinder) ein angenehmes Leben ermöglich. Unterwegs hielt er an einem Ayurveda Herbal Garden an, wo uns verschiedene Heilpflanzen erklärt und eine Massage verpasst wurde. Letzten Endes lief es darauf hinaus, dass wir die dort hergestellten “medizinischen” Produkte kaufen sollten. Außer einem Antimückenspray nahmen wir allerdings nichts weiter mit.

Als Übernachtungsmöglichkeit empfahl uns Manjula dann ein erst kürzlich eröffnetes Homestay. Dort fanden wir ein hübsches Zimmer vor und hatten auch unsere Ruhe, da wir die einzigen Gäste waren. Die Familie war sehr freundlich und hilfsbereit und sie zauberten uns am nächsten Morgen ein schmackhaftes traditionelles Frühstück. Das sah zwar zunächst ungewohnt aus und war weit entfernt von Brötchen und Nutella aber suuuper lecker. Nicht zu verachten ist außerdem der Sri Lanka Kaffee, welcher zwar jede Menge Satz enthält, aber ebenfalls sehr köstlich und nicht so stark ist, wie für gewöhnlich unser Kaffee in Deutschland.

Nach diesem Frühstück am nächsten Tag, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Löwenfelsen. Unterwegs sprachen uns wieder jede Menge Tuk Tuk-Fahrer an. Nein wir wollten nicht mitfahren, sondern l-a-u-f-e-n. Unterwegs bemerkten wir auch lustige gelb-schwarze Straßenschilder die vor umherwandernden Elefanten warnten. Na hoffentlich läuft uns jetzt nicht so ein Koloss über den Weg, dachten wir uns, und setzten unsere Reise in der feuchtwarmen Hitze fort. Der Eintritt zum Felsen kostete uns dann knapp 10000 Rupien (=53 €= Wucher) aber das mussten wir nun schlucken. Um uns herum tummelten sich auch schon zahllose Touristen aus aller Herren Länder und so freuten wir uns auch mächtig auf den Aufstieg über gefühlt eine Millionen Treppenstufen. Unterwegs besichtigten wir die berühmten Wolkenmädchen-Fresken von Sigiriya, rätselhafte Wandmalereien von hübschen Frauen mit üppigen Vorbau, deren fotografische Ablichtung allerdings verboten war. Durch die Überreste eines Löwentors – leider sind hier nur noch die Tatzen links und rechts vom Aufstieg übrig – ging es weiter steil bergauf bis wir schließlich auf dem 200 m hohen Felsplateau angekommen waren. Zu besichtigen gab es hier die Überreste einer ehemaligen Festung, die wahrscheinlich im Jahr 473 n. Chr. erbaut wurde und einige Jahre als Herrschersitz diente. Vom Felsen hat man zudem einen wunderschönen Ausblick auf das umliegende Bergland.

Im Anschluss gönnten wir uns dann im kleinen Örtchen Sigiriya ein wohlschmeckendes vegetarisches Curry und einen leckeren Papayasaft. Am Vorabend hatten wir in einer anderen Garküche ebenfalls Papayasaft und dazu ein köstliches Kottu probiert – irgendwie sind wir (bei beidem) auf den Geschmack gekommen.

Nach dem Essen waren wir hundemüde und hielten ein langes Mittagsschläfchen. Abends rafften wir uns dann doch noch einmal auf und wanderten zum Pidurangala Felsen (aber nicht hinauf – da es schon dämmerte und unheimlich geregnet hat).  Und schon war unsere zeit in Sigiriya vorbei und wir verabschiedeten uns von unseren Gastgebern. Der Tuk Tuk-Fahrer Manjula holte uns am nächsten Tag wieder ab und fuhr uns zu den Höhlentempeln in Dambulla. Hier wartete der nächste steile Aufstieg auf uns.

Gegen Mittag stiegen wir in den Bus zurück nach Kandy. Diesmal kein VIP-Bus sondern ein ganz normaler ohne Klimaanlage. Die Fahrt war also schon etwas abenteuerlich. Aber auch das haben wir wohlbehalten überstanden.

Sri Lanka – eine andere Welt

Am 08.01.2018 ging unser Heimaturlaub zu Ende. Wir hatten 2 aufregende und fast schon stressig anmutende Monate mit unseren Familien und Freunden verbracht und sind dankbar für die Wiedersehensfreude, die vergossenen Freudentränen, jedes einzelne Treffen, jede Party und jedes Beisammensein, welche uns gezeigt haben, dass Entfernung echte Freundschaften nicht auseinanderbringen kann.

Und jetzt freuen wir uns darauf,  euch wieder mit auf unsere Reise nehmen zu können. Auf geht’s nach Sri Lanka – die Perle im indischen Ozean. Für Jojo ist es das erste asiatische Land, und dementsprechend hoch ist bei ihr die Anspannung. Tom ist bereits mit China vertraut und mit dem Glauben, dass ihn nichts mehr schocken kann, stieg er ins Flugzeug.

Colombo

Bei Ankunft am Flughafen nach insgesamt 2 Flügen, 12 Stunden Flugzeit und 6 Stunden Wartezeit in Doha, schlug uns gleich feuchtwarme Luft entgegen. Außerdem konnten wir bereits jetzt eine Dunstglocke im Himmel über uns ausmachen und hatten eine wage Vermutung, woran das lag. Wir kassierten einen Aufkleber in unserem Pass, holten unser Gepäck, organisierten uns eine Sim-Karte und Bargeld in der Landeswährung Sri-Lanka-Rupie (LKR). Am Ausgang erwartete uns schon unser vom Hostel organisierter Taxifahrer. Mit dem Auto ging es dann bei einer ca. 1-stündigen Fahrt ins 35 km entfernte Colombo. Für die ersten beiden Nächte hatten wir ein Zimmer im Schlafsaal eines Hostels gebucht. Dort angekommen, fielen wir erst einmal in einen 4-stündigen Tiefschlaf. Mit trockenen Kehlen standen wir gegen 12 Uhr mittags wieder auf und mussten uns prompt auf Trinkwassersuche begeben. Wir verließen also das Hostel um uns in das Stadtgewimmel zu stürzen. Stickige, stinkende Luft und ohrenbetäubender Lärm, verursacht durch die zahllosen Three-Wheeler (Tuk Tuks), Busse, Mopeds, Motorräder und Baustellen, schlug uns entgegen und betäubte fast unsere Sinne. Etwas ratlos versuchten wir einen Supermarkt zu finden und gelangten schließlich in eine Art Markthalle, wo Obst und Gemüse verkauft und Hühner und anderes Getier geschlachtet wurde. In einem kleinen Shop konnten wir dann doch endlich 2 Flaschen Wasser ergattern, welches wir durstig unsere Kehlen hinunterkippten. Ein bisschen ziellos wanderten wir dann in dem Viertel umher, gelangten zu einem Foodcourt (Fressmeile) und probierten uns an einem scharfen Reisgericht. Um uns herum saßen eigentlich nur Einheimische, von denen wir neugierig gemustert wurden und wir versuchten besonders unauffällig zu sein. Zurück im Hostel, trafen wir in unserem 5-Mann-Zimmer auf Vlad den Kanadier/Ukrainer, den wir bereits am Flughafen kennengelernt hatten. Nach einem weiteren Mittagsschlaf – den hatten wir alle bitter nötig – teilten wir uns unser erstes Tuk Tuk, um zu einem Pub zu gelangen. Dort probierten wir die Landesspezialität Arrack, einen Schnaps aus Palmenblütensaft. Außerdem gab es Bier für alle und Fingerfood in Form von frittiertem Gemüse.

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Vlad und machten uns auf den Weg, Colombo zu erkunden. Wir gelangten zum Gangaramaya Buddhist Temple. Hier zogen wir unsere Schuhe aus und Jojo legte einen Sarong um ihr Hüfte, da ein Zutritt nur in Shorts bekleidet nicht erlaubt war. Im Tempel war dann die Geräuschkulisse der Stadt nur noch sehr gedämpft wahrzunehmen, eine Wohltat für unsere Ohren. Wir bestaunten unter anderem eine Sammlung von Buddha-Figuren, Oldtimer und einen Bodhibaum. Im Eintrittspreis inbegriffen war auch ein Besuch im nicht weit entfernten Seema Malaka. Auf einer dreiteiligen Plattform auf dem See gebaut, befindet sich die relativ junge Außenstelle des Gangaramaya Tempels. Anschließend ließen wir uns von einem Tuk Tuk-Fahrer Richtung Norden bringen. Dort waren wir gerade dabei einen alten Uhrturm zu fotografieren, als wir von einem Einheimischen angesprochen wurden. Er wollte uns den Besuch einer buddhistischen Zeremonie ans Herz legen und in der Annahme, dass sich dieses Event gleich in der Nähe abspielen würde, folgten wir ihm. Plötzlich hielt er ein Tuk Tuk an und ließ uns einsteigen. “Dumm” wie wir waren, haben wir das mit uns machen lassen. Nach ca. 3 Minuten Fahrt wurden wir allerdings etwas unruhig und fingen an Fragen zu stellen. Irgendwann war uns klar wo die Reise hinging, nämlich zum Gangaramaya Buddhist Temple, denn wir ja erst vor einer Stunde besucht hatten. Wir ließen das TukTuk anhalten und sollten geschlagene 600 LKR bezahlen. Wir gaben dem Fahrer 150 LKR und machten uns schleunigst davon. Wir ärgerten uns noch ganze 10 Minuten, dass wir uns haben übers Ohr hauen lassen. Wie kann man nur so blöde sein und sich so bequatschen lassen. Naja, aus Erfahrung lernt man. Dachten wir. Das sollte allerdings nicht unsere letzte Begegnung mit den freundlichen aber mitunter aufdringlichen Locals gewesen sein.

Für den nächsten Morgen hatten wir die ca. 3 Stündige Zugfahrt nach Kandy geplant. Dafür mussten wir zeitig ins Bett, um ein bisschen erholsamen Schlaf abzubekommen.

 

reise dich gesund